23.12.2010 14:44 |

110. Geburtstag

Älteste des Landes ist Wienerin und ein "Christkind"

Hermine Nistler, geboren am 24. Dezember 1900 in Favoriten, begeht am Freitag ihren 110. Geburtstag. Gefeiert worden ist die Jubilarin bereits am Donnerstag in einem Pensionistenheim in Wien-Landstraße, wobei sich unter die Gratulanten auch Politprominenz - allen voran Bürgermeister Michael Häupl (SP) - gesellte.

Die zweifache Oma und dreifache Uroma wird am Heiligen Abend mit ihren Urenkeln im Pensionistenheim feiern. Eine Überraschungsparty wie zu ihrem 100. Geburtstag sei nicht geplant, sagte Enkeltochter Gerda. Ihr Geheimrezept für ihr hohes Alter: "Die Oma trinkt nicht viel, höchstens zu besonderen Anlässen wie heut ein Gläschen Sekt, und sie hat nie geraucht", verriet sie.

Zu ihrem runden Jubiläum wünscht sich die Wienerin ihre Leibspeise Kalbsbraten. "Den hab ich schon lang nicht mehr gehabt", sagte Nistler.

Freude und Ehre für Wien
Häupl überreichte der Jubilarin eine Ehrengabe der Stadt. "Es ist eine Freude und Ehre für Wien, die Heimatstadt der ältesten Österreicherin zu sein. Ich gratuliere ganz herzlich zum 110. Geburtstag", so der Bürgermeister bei seinem Besuch.

Seit ein paar Tagen schleppt die 110-Jährige eine leichte Grippe mit sich herum. Trotzdem ist sie geistig und körperlich noch immer fit. Im Pensionistenheim wohnt Nistler erst seit eineinhalb Jahren. Zuvor habe sie alleine in ihrer Wohnung gelebt, denn es wäre ihr immer wichtig gewesen, ihr Essen selbst zuzubereiten, erzählte ihr 61-jähriger Enkelsohn Otto.

Mit acht Jahre Vollwaise geworden
"Christkind" Hermine Nistler wurde am 24. Dezember 1900 in Favoriten geboren. Bereits im Alter von acht Jahren wurde sie Vollwaise, nachdem ihre Eltern an den Folgen einer großen Lungenkrankheits-Epidemie verstorben waren.

Mit 14 Jahren wurde sie gemeinsam mit ihrer älteren Schwester als Dienstmädchen nach Neudorf bei Staatz geschickt. "Eigentlich wollte sie Schneiderin oder Lehrerin werden, aber der Erste Weltkrieg kam dazwischen", erzählte ihre 85-jährige Tochter Eleonore. In Neudorf heiratete sie 1923 den Zimmermaler und Anstreicher Josef, mit dem sie zwei Kinder bekam.

Nach Wien kehrte Nistler mit ihrer Familie 1928 zurück. Der schlimmste Tag in ihrem Leben sei gewesen, als ihr Sohn Friedrich mit 23 Jahren im Zweiten Weltkrieg starb, sind sich ihre Enkel einig. Ihre Tochter wurde Diplomierte Säuglingsschwester und ist mittlerweile 85 Jahre alt.

Nach Tod des Mannes viel verreist
Ihre beiden Enkelkinder Otto und Gerda erinnerten sich an den schönen Schrebergarten der Oma am Laaer Berg. Bis noch vor wenigen Jahren sei sie im Garten gestanden und hätte es geliebt, sich um ihre Blumen zu kümmern.

Auch wäre sie nach dem Tod ihres Mannes 1963 viel mit ihrer Tochter verreist. "Vor allem Busreisen haben wir gemeinsam gemacht, von den bayrischen Königsschlössern bis nach Holland", sagte Tochter Eleonore. Neben früheren Hobbys wie Bücherlesen und Stricken zählen heute noch immer Fernsehen und Kartenspielen zu den Lieblingsbeschäftigungen der 110-Jährigen.

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