Mediziner klärt auf

Was heißt künstliche Beatmung für Covid-Patienten?

Lungenprimar Bernd Lamprecht vom KUK erläutert für die „Krone“-Leser - ganz allgemein -, was es mit künstlicher Beatmung auf sich hat.

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„Krone“: Wann müssen Covid-19-Patienten beatmet werden?
Bernd Lamprecht: Prinzipiell ist bei der Coronavirus-Erkrankung sehr häufig die Lunge betroffen, dort entstehen Entzündungsreaktionen, das heißt, es kommt zu Veränderungen im Bereich der Lungenbläschen. Und dann ist das Organ nicht mehr so gut in der Lage, seiner Aufgabe der Atmung nachzukommen. Also Sauerstoff aufzunehmen und CO2 abzugeben.

„Krone“: Dann fehlt immer mehr Sauerstoff im Blut.
Lamprecht: Von solchen Entzündungen bekommen BetroffeneAtemnot. Wenn der Sauerstoffgehalt im Blut zu sehr sinkt, veranlasst das Atemzentrum im Gehirn stärkere Anstrengungen beim Atmen. Und der Mensch folgt dem und erreicht trotzdem das Ziel nicht; das macht unangenehme Empfindungen und Ängste. Das beginnt dann natürlich auch, den Körper zu erschöpfen.

„Krone“: Da muss man nachhelfen.
Lamprecht: Das beginnt bei einer einfachen Sauerstofftherapie mit höherem Sauerstoffgehalt in der eingeatmeten Luft als die normalen 21 Prozent. Vielen Patienten reicht das und das geht ganz problemlos auf Krankenhaus-Normalstationen.

„Krone“: Und wenn das nicht reicht?
Lamprecht: Dann gibt es sogenannte Highflow-O2-Therapien mit hohem Zufluss von Luft und Sauerstoff. Die nächste Stufe ist eine Art Maskenbeatmung mit Druckunterstützung, um die Atemarbeit zu erleichtern. Reicht das auch nicht mehr, kommt es (wie bei Manfred Haimbuchner, Anm. d. Redaktion) zu einer invasiven Beatmung, wo eine Maschine die Atemfunktion insofern übernimmt, als sie in einem bestimmten Rhythmus ein bestimmtes Luftvolumen in die Lunge bläst. Da muss der Körper selbst keine Atemarbeit mehr übernehmen. Das entlastet natürlich den Körper, der kann sich in der Zeit erholen.

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