06.03.2021 12:14 |

Unglaubliche Summe

Oprah: 9 Mio. $ für Interview mit Meghan und Harry

Das Interview mit Meghan Markle und Prince Harry schlägt bereits vor der Ausstrahlung hohe Wellen zwischen dem Paar und dem Buckingham Palast. Dank der bereits durchgesickerten Details über den dramatischen Ausstieg des Paares aus der Königsfamilie, die Interviewerin Oprah Winfrey aus der Herzogin und dem Herzog von Sussex herausholen konnte. Und genau deshalb hatte sie der US-Sender CBS auch engagiert und dafür eine unglaubliche Summe auf den Tisch gelegt. Laut dem „Wall Street Journal“ sackte Winfreys Produktionsfirma Harpo Productions neun Millionen Dollar (rund 7,5 Millionen Euro) ein.

Meghan und Harry dagegen verzichten völlig auf eine Antrittsgage. Sie wollen mit dem Interview ihren Marktwert weiter steigern, der laut PR-Experten schon jetzt bei einer Milliarde Dollar liegt. Winfrey hat seit drei Jahren durch ihre beste Freundin Gayle King einen direkten Draht zu Meghan und Harry und war 2018 auch zu deren Hochzeit nach London eingeladen.

Das Interessante: Meghan hatte kurz vor der Eheschließung ein Interview-Angebot von Oprah ausgeschlagen, weil „es nicht der richtige Zeitpunkt dafür ist“. Der war jetzt gekommen - zum Unmut der Royals, die wegen Prinz Philips Herzoperation vergebens auf eine Verschiebung der Ausstrahlung pochten. Und wie zufällig eine interne Palast-Ermittlung gegen Markle wegen angeblichen Mobbings gegenüber Angestellten der Krone im Kensington-Palast ankündigten.

In 69 Länder verkauft
Für CBS wird das zweistündige Special alles andere als ein Verlustgeschäft. Denn für 30-sekündige Werbeblöcke zahlen Unternehmen im Schnitt 325.000 Dollar (gut 270.000 Euro). Dazu wurden die internationalen Übertragungsrechte bereits in insgesamt 69 Länder weiterverkauft. Allein der britische Sender ITV zahlt eine Million Pfund, um es einen Tag später exklusiv in Großbritannien senden zu dürfen, berichtet die Agentur „Enterpress News“.

Vor dem mit Spannung erwarteten Interview von Herzogin Meghan und Prinz Harry ist die Atmosphäre zwischen dem Paar und dem britischen Königshaus unterdessen vergiftet. In den USA nahmen Freunde und Ex-Kollegen die ehemalige Schauspielerin gegen die Mobbing-Vorwürfe in Schutz. Doch der Druck aus Großbritannien wächst.

Wohtätigkeitsorganisation wird geprüft
Einem Bericht des „Telegraph“ zufolge nimmt die Prüfbehörde Charity Commission die ehemalige Wohltätigkeitsorganisation des Paares, Sussex Royal, unter die Lupe, die Meghan und Harry im Juli 2020 nach ihrem royalen Ausstieg geschlossen hatten. „Zufall: eine bemerkenswerte Übereinstimmung von Ereignissen oder Umständen ohne offensichtlichen Kausalzusammenhang“, twitterte der Royal-Experte Peter Hunt ironisch mit Blick auf den Zeitpunkt kurz vor dem Interview.

Der Sender CBS will das Gespräch am Sonntagabend (Ortszeit) ausstrahlen, am Mittwoch hatte der Buckingham-Palast bestätigt, Mobbing-Vorwürfe ehemaliger Angestellter gegen die Herzogin untersuchen zu lassen. Britische Medien berichteten am Samstag ausführlich über angebliche Sonderwünsche Meghans und ihre Streitigkeiten mit Angestellten und Familienmitgliedern während ihrer Zeit am Hof.

Der Buckingham-Palast soll im Voraus eine Kopie des Interviews erhalten haben. In bereits veröffentlichten Clips erhebt Meghan scharfe Vorwürfe gegen das Königshaus. „Ich verstehe nicht, wie sie nach all dieser Zeit erwarten können, dass wir noch immer still bleiben, wenn die ,Firma‘ eine aktive Rolle dabei spielt, Unwahrheiten über uns aufrechtzuerhalten.“ Auch Mitglieder selbst sollen das Königshaus gelegentlich als „Firma“ bezeichnen.

Kritik an Doppelmoral des Palastes
Meghans ehemaliger Schauspieler-Kollege Patrick J. Adams (39), der mit ihr mehrere Jahre lang in der US-Anwaltsserie „Suits“ spielte, kritisierte das britische Königshaus in mehreren Tweets massiv: Es sei „obszön“, dass die königliche Familie die Mobbing-Vorwürfe fördere und verstärke. „Findet jemanden anderes, den ihr ermahnt, beschimpft und quält. Meine Freundin Meghan spielt in einer ganz anderen Liga.“

Die Biografin des Paares, Carolyn Durand, kritisierte eine Doppelmoral des Palasts. „Warum wurden Prinz Harrys militärische Ehrentitel aberkannt, aber nicht die von Prinz Andrew?“, sagte Durand dem Sender Sky News. Prinz Andrew, das dritte Kind von Königin Elizabeth II., ist in den Missbrauchsskandal um den inzwischen gestorbenen Multimillionär Jeffrey Epstein verwickelt. Bei diesem Fall habe der Palast keine Untersuchung angeordnet, sagte Durand.

Das Interview wird nach Angaben von CBS zahlreiche Themen abdecken: Meghans Eintritt in die königliche Familie, Heirat, Mutterschaft, die wohltätige Arbeit und wie die Ex-Schauspielerin mit dem Leben unter öffentlicher Beobachtung umgeht. Vor ungefähr einem Jahr hatten Harry und Meghan sich entschieden, ihren royalen Pflichten zu entsagen und mit Söhnchen Archie, der im Mai zwei wird, in die USA auszuwandern, das Heimatland der ehemaligen Schauspielerin. Mittlerweile haben sie zusammen mit der Queen entschieden, nicht ins royale Leben zurückzukehren. Am Montag wird das Gespräch um 13.50 Uhr und um 21.10 Uhr auf ORF 1 ausgestrahlt.

Quellen: APA/dpa

Pamela Fidler-Stolz
Pamela Fidler-Stolz
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