Wieder nur „Blech“

„Zu wenige Nerven!“ Marita Kramer weint im TV

Wieder nur „Blech“! Marita Kramer konnte ihr Pech nach dem WM-Springen auf der Großschanze nicht fassen! Wie schon nach dem Jury-Skandal auf der Normalschanze vor einer Woche blieb der 19-jährigen Salzburgerin trotz Favoritenrolle auch am Mittwoch nur der vierte Platz. Was für ein Drama für Kramer, die dann im Interview mit dem ORF sogar ein paar Tränen aus dem Gesicht wischen musste.

Nach dem Wettkampf auf dem großen Bakken flossen bei Marita Kramer die Tränen! „Der vierte Platz ist recht hart, aber es geht auch weiter. Ich habe auch heute wieder einiges liegen gelassen - zu wenig Nerven“, bedauerte die Salzburgerin im ORF-Interview und gab an, nach dem erneuten Tiefschlag leer zu sein. In diesem Moment waren die Teammedaillen für die WM-Debütantin nur ein kleiner Trost. „Wir haben doch Medaillen gemacht, das darf man nicht vernachlässigen. Mit dem Gold sind wir schon sehr happy.“

Es hätte ein unvergesslicher Abend für Marita Kramer werden können. Anders als bei den meisten anderen WM-Entscheidungen der Skispringer auf den Schattenberg-Schanzen war am Mittwochabend gleich nach der Frauen-Konkurrenz von der Großschanze die Medaillen-Zeremonie angesetzt, doch da hatte Kramer das Stadion schon verlassen. Tränen der Enttäuschung statt der Freude rannen über die Wangen der Salzburgerin - wieder Vierte, wie im Normalschanzen-Einzel.

„Sie hätte es so sehr verdient“
Dass es für sie zu keiner dritte Medaille gereicht hat, nahm auch ihre Teamkolleginnen mit. 2011-Weltmeisterin Daniela Iraschko-Stolz hatte die 19-Jährige schon nach deren ersten vierten Rang zu trösten versucht. „Es hätte ihr jeder eine Medaille gegönnt“, sagte die 37-Jährige. „Manche Menschen müssen einfach härter kämpfen, für andere geht es sich bei Großveranstaltungen immer genau aus. Dafür eine Erklärung zu finden, ist schwer. Aber Sara findet immer total schnell wieder in die Spur.“

Der vierte Platz bei einer Großveranstaltung sei undankbar, und dann gleich zweimal. Iraschko-Stolz: „Sie hat den ganzen Druck von Österreich gehabt, da sie die Medaillenkandidatin Nummer eins war. Das macht das Ganze nicht leichter. Nicht einfach, aber sie wird daraus lernen und wird eine ganz Große. Für mich ist sie das schon.“ Kramer hat übrigens nun neun Saison-Einzelergebnisse stehen, alle in den Top vier. Im Weltcup bringt das immerhin 50 Punkte, bei der WM nur Enttäuschung.

„Es tut mir so leid“
Das konnten auch Sophie Sorschag und Chiara Hölzl nachvollziehen. „Es tut mir so leid, weil sie hätte es sich so verdient - auf der Großen, aber auch schon auf der Kleinen“, meinte die Kärntnerin Sorschag. Bei Hölzl war die Freude über ihren achten Rang etwas eingetrübt. „Es ist kaum zu glauben, dass es zweimal der vierte Platz geworden ist. Im Training hat sich herausgestellt, dass sie die Favoritin für beide Schanzen ist. Andererseits, mit 19 Jahren zwei Medaillen - da darf sie auch zufrieden sein.“

Ähnlich Harald Rodlauer. „Es waren nicht ihre besten Sprünge, trotzdem ist sie eine tolle WM gesprungen.“ Der ÖSV-Frauen-Chefcoach erinnerte daran, dass Kramer auch das Startverbot vor zwei Wochen beim Rasnov-Weltcup wegen unklarer Corona-Testlage zu verkraften hatte. „Da darf so etwas dann passieren, das ist menschlich. Marita ist eine, die weiß, was sie will. Sie ist eine Bodenständige und hat noch Großes vor sich. Wenn sie verletzungsfrei bleibt, hat sie noch eine großartige Karriere vor sich.“

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