03.03.2021 12:55 |

Wallner macht´s vor

„Held der Öffnung“

Ein geschickter Schachzug zum richtigen Zeitpunkt: Die Infektionszahlen niedrig, das Volk coronamüde. Das Risiko, das Wallner mit den Öffnungen eingeht, ist überschaubar.

Im Herbst noch einig mit den Kollegen der Westachse setzte Landeshauptmann Markus Wallner auf „law and order“ - und schob dem gemütlichen Beisammensein in Restaurants und Bars ab 22 Uhr den Riegel vor. Für den jetzigen Sinneswandel dürfte zum einen der Druck des Wirtschaftsbunds gesorgt haben. Zum anderen dürfte Wallner, der schon als ÖVP-Geschäftsführer strategisches Geschick zeigte, die Gunst der Stunde erkannt haben, beim Volk als „Held der Öffnungen“ einzugehen.

Erheblicher Schaden durch Lockdowns

„Es wird großer Schaden durch diese Lockdowns angerichtet - wirtschaftlich wie gesellschaftlich. Der Lockdown kann immer nur eine Ultima Ratio sein“, sagte Wallner am Dienstag. Ein erneutes Zusperren sollte erst passieren, wenn die Dinge „völlig aus den Fugen geraten“ - und dann würde dies auch jeder verstehen. „Wir versuchen, eine gewisse Perspektive zu entwickeln. Die Menschen brauchen Hoffnung. Das ist nicht unangebracht, wenn die Inzidenzlage so ist.“

Das Risiko, das Wallner mit seinen Öffnungsplänen eingeht, ist durchaus überschaubar. Bei den derzeit niedrigen Infektionszahlen dürfte das Volk weniger Verständnis für geschlossene Gasthäuser und Theater sowie einen lahmgelegten Sportbetrieb haben als für einen möglichen Stopp der Öffnungsschritte. Zudem könnte dem Landeshauptmann genau das in die Hände spielen, was er als Argumente für eine Öffnung anführt: Viele Tests und konsequente Kontaktnachverfolgung könnten das Infektionsgeschehen eindämmen. Auch die Tatsache, dass in absehbarer Zeit ein großer Teil der Hochrisikogruppe (alle Vorarlberger über 80 Jahre) geimpft sein wird, sollte im Fall der Fälle für geringe Belastung in den Spitälern sorgen.

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Wir haben ein Bundesland, das sich aufgrund der geografischen Lage und ein paar anderen Faktoren unterscheidet, da müssen auch die Maßnahmen andere sein. Warum sollen wir die Vorarlberger einsperren?

Landeshauptmann Markus Wallner

Wallner betont immer wieder, sehr wohl verantwortungsvoll und im Sinne der Virologen zu handeln. Seine Forderung nach einem eigenständigen Weg sind bei Kollegen wie dem Salzburger Landeshauptmann Haslauer zwar auf wenig Gegenliebe gestoßen, Kanzler Kurz hingegen schien ein offenes Ohr zu haben. Nicht zuletzt auch deshalb, weil er immer mehr unter Druck gerät. Wallner nutzte die Gunst der Stunde und setzte die Modell-Region durch. „Wir haben ein Bundesland, das sich aufgrund der geografischen Lage und ein paar anderen Faktoren unterscheidet, da müssen auch die Maßnahmen andere sein. Warum sollen wir die Vorarlberger einsperren?“, argumentierte er.

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