Trainer und Großvater

Dank Opa: Er ist der Superstar der nordischen WM

Dass Johannes Hösflot Kläbo ein Ausnahmetalent des Langlaufsports ist, weiß jeder, der sich mit der nordischen Sparte beschäftigt. Wer oder was aber hinter dem Phänomen Kläbo steckt, wissen nur wenige. Es ist eine einzigartige Verbindung zwischen ihm und seinem 78-jährigen Trainer und Großvater Kare Hösflot, die zum Erfolg auch bei der diesjährigen nordischen Ski-WM führte. Er wurde zum Superstar der WM in Oberstdorf.

Viele dachten, dass er nach seiner langen Pause nicht siegreich zurückkehren wird. Diese wurden eines Besseren belehrt. Schon beim Weltcup in Falun zeigte er, dass er seine Zeit nicht mit Nichtstun verbrachte, das ganz große Ausrufezeichen kam dann in Oberstdorf.

Schon zweimal Gold
Mit einem furiosen Endspurt gewann er den 15-Kilometer-Sprint und wurde Weltmeister, wie auch im Teamsprint mit Erik Valnes vor den großen Konkurrenten Alexander Bolschunow und  Gleb Retywich (Russland).  Lediglich im Skiathlon konnte Bolschunow die Oberhand behalten. Einer dürfte sich über Kläbos Erfolge ganz besonders gefreut haben: Sein Großvater, der gleichzeitig auch sein Trainer ist, Kare Hösflot.

Kläbo schrieb mit 22-Jahren eine Biografie, mit dem Titel „Johannes und Großvater“. In diesem beschreibt er seine besonders innige Beziehung zu dem Vater seiner Mutter. Und es war auch der Großvater, der dem zweijährigen Johannes seine ersten Skier schenkte. Johannes war ein schmächtiger Bub, schwächer als die Besten seines Jahrgangs. So begann Opa Kare an seiner Technik zu arbeiten. Bis heute der Schlüssel seines Erfolgs.

Mit 21 Triple-Olympiasieger
Denn mit 21 konnte sich dann Kläbo Triple-Olympiasieger nennen. Seine Leichtigkeit beim Ski-Fahren ist sprichwörtlich, seine Schnelligkeit auch, nicht zufällig wollte er Sprinter Usain Bolt auf einer 100-Meter-Strecke herausfordern. Die Berge und Anstiege bewältigt er viel schneller als die Kollegen. Wohl auch wegen des speziellen Trainingsstils seines Großvaters. „Seine immense Erfahrung und seine Weisheit machen ihn zum besten Gesprächspartner, den ich mir wünschen kann“, sagt Kläbo immer.

Chemotherapie verschoben
Als es darauf ankam, opferte Opa Kare auch seine Zeit für die Erfolge seines Schützlings. Selbst als er vor zwei Jahren am Prostatakrebs erkrankte, schob er die Chemotherapie wegen der Arbeit mit seinem Enkel auf. Er sprach auf die Behandlungen gut an und so konnte er seinen Enkel auch auf diesen Groß-Event vorbereiten.

Tradition und Sportwissenschaft
Es sind traditionelle Methoden und sehr viel Sportwissenschaft mit dem Opa Kare seit der Kindheit von Johannes operiert. Er sitzt viel am Rechner und an den Büchern. Vor allem, wenn er eine Antwort auf die Fragen seines Enkels geben will. Zuletzt ließ Johannes wegen der Coronavirus-Situation die Weltcup-Saison fast vollends sausen und verbrachte die Zeit mit seinem Vater (50) und seinem Großvater in einer Art gemeinsamen „WG“.

Erst 24
Und obwohl sein Großvater wegen der Pandemie nicht dabei ist, führte ihre gemeinsame Arbeit wieder zum Erfolg. Der Staffel-Bewerb steht noch aus. Und nicht vergessen: Kläbo ist erst 24 Jahre alt. Hoffentlich wird er seinem Opa noch jahrelang viel Freude bereiten.

Tamas Denes
Tamas Denes
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