02.03.2021 07:01 |

317 Kinder verschleppt

Nach Massenentführung: Schülerinnen wieder frei

Ein Massenkidnapping von Hunderten Schülerinnen hat im Nordosten Nigerias einen glücklichen Ausgang genommen. Nach fünf Tagen in den Fängen von bewaffneten Angreifern sind die 317 Mädchen nun wieder freigelassen worden. Es war laut „Wall Street Journal“ größte Entführung, die in dem afrikanischen Land jemals durchgeführt wurde.

Dutzende schwerbewaffnete Angreifer hatten am frühen Freitagmorgen die Schule gestürmt. Sie gaben Schüsse in die Luft ab und zwangen alle Kinder nach draußen in den Schulhof - sie drohten, sie sonst zu erschießen. Nur wenige Mädchen konnten den Angreifern entfliehen.

„Ich freue mich, berichten zu können, dass die Mädchen freigelassen wurden“, überbrachte der Gouverneur des Bundesstaats Zamfara, Bello Matawalle, nun die erlösende Nachricht für die Hunderten besorgten Eltern. Die Schülerinnen seien bei bester Gesundheit, befänden sich in Sicherheit und wären in einem Regierungsgebäude untergebracht. Der Fall hatte für viel Aufsehen gesorgt - sogar Papst Franziskus verurteilte die „widerwärtige Entführung“ und versprach, für die Kinder zu beten.

Der Angriff soll keinen politischen Hintergrund gehabt haben - solche als „Banditen“ bezeichneten Banden entführen Menschen, um danach Lösegeld zu verlangen. Es kommt auch immer wieder zu Plünderungen und Vergewaltigungen.

Wachleute konnten Entführung nicht verhindern
Die Sorge in Nigeria wächst, dass diese Gruppen mit Dschihadisten zusammenarbeiten könnten, die seit Jahren für die Errichtung eines islamistischen Staats kämpfen. Ein Sicherheitsmann, der am Tag der Massenentführung der Mädchen seinen Dienst verrichtete, erklärte gegenüber der Agentur AP, dass die Angreifer „Allahu akbar“ (Allah ist groß) geschrien hätten. Sie bewaffneten Männer hätten alle Zugänge blockiert, sodass die Wachleute nichts für die Mädchen tun konnten.

Miriam Krammer
Miriam Krammer
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