28.02.2021 15:48 |

Papst verurteilt Tat

Keine Spur von 317 entführten Mädchen in Nigeria

Im Dezember 2020 wurden in Nigeria mehr als 300 Kinder von der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram verschleppt. Erst vor einer Woche kam es in Kagara erneut zu einer Entführung von Schülern, deren Schicksal noch ungewiss ist. Am Freitag wurde an der Jangebe-Schule im nördlichen Teilstaat Zamfara ein Angriff bewaffneter Krimineller gemeldet. Ein Lebenszeichen der 317 Schulmädchen fehlt nach wie vor. Der Papst verurteilte die „abscheuliche Tat“. 

Die Angreifer operierten demnach in zwei Gruppen: Eine überfiel einen nahegelegenen Militär-Stützpunkt, die andere die Schule. Die Hilfsorganisation Save the Children sprach von bis zu 450 verschleppten Schülerinnen und forderte deren sofortige Freilassung. Die Angreifer wählten mehrere Stunden lang die Schülerinnen aus, die sie mitnehmen wollten, berichtete der Anrainer Musa Mustapha. „Schließlich trieben sie die Mädchen zusammen und ließen sie in einen Wald marschieren.“

50 Mädchen gelang die Flucht
Von den insgesamt 317 entführten Schülerinnen der Government Girls Science Secondary School in Jangebe im nordwestnigerianischen Bundesstaat Zamfara fehlte auch am Samstag jede Spur. Augenzeugen berichteten, „bewaffnete Banditen“ hätten das Internat in der Nacht überfallen und die Mädchen aus den Schlafsälen geholt. Rund 50 von ihnen gelang die Flucht. Die Stimmung in dem Dorf ist seitdem angespannt, viele Angehörige trauen der Regierung nicht zu, die Mädchen gesund wieder zurückzubringen.

„Abscheuliche Tat“
Eine gemeinsame Suchaktion von Polizei und Militär brachte zunächst kein Ergebnis. Die Freilassung von Dutzenden früheren Entführungsopfern konnte das Entsetzen nur kurze Zeit mildern. Papst Franziskus verurteilte am Sonntag in Rom die „abscheuliche“ Tat.

80 Prozent der Einwohner in den betroffenen Regionen leben in extremer Armut, Aussichten auf Besserung gibt es so gut wie keine. Deshalb schließen sich immer mehr junge Männer den Banden an. Wie viele es inzwischen gibt, ist unklar. Schätzungen eines Nigeria-Experten der International Crisis Group (ICG) zufolge gibt es allein in Zamfara 40 Banden, einige von ihnen hätten inzwischen Hunderte Mitglieder.

Quelle: APA, AFP

Mara Tremschnig
Mara Tremschnig
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