26.02.2021 09:04 |

Skurriler Roadtrip

Diplomaten mussten Nordkorea in Draisine verlassen

In Nordkorea gibt es zwar offiziell keine Fälle des neuartigen Coronavirus - dennoch sind die meisten öffentlichen Transportwege als Maßnahme gegen den Erreger gesperrt worden. Das stellte eine russische Diplomatenfamilie, die das abgeschottete Land verlassen wollte, vor große Probleme. Die achtköpfige Gruppe musste schließlich bei ihrer Ausreise einen Teil der Strecke in einem Wagen per Muskelkraft bestreiten.

Seit Monaten dürfen keine Züge mehr nach Nordkorea fahren oder das Land verlassen - auch der Flugverkehr ist fast vollständig zum Erliegen gekommen. Doch auch innerhalb des Landes wurde der öffentliche Verkehr stark eingeschränkt. Die Heimreise von russischen Diplomaten stellte aus diesem Grund eine enorme Herausforderung dar, wie das Außenministerium auf Facebook schilderte.

Gruppe war zuvor in Zug und Bus unterwegs
„Da die Grenzen seit mehr als einem Jahr geschlossen sind und der Personenverkehr eingestellt wurde, war es eine lange und schwierige Reise, um nach Hause zu kommen“, heißt es in dem Posting. Der Weg knapp bis zur Grenze konnte mit einer 32-stündigen Zugreise und weiteren zwei Stunden in einem Bus bestritten werden. Dann waren die Russen - unter ihnen nur ein Mann - auf ihre Muskelkraft angewiesen, um weiterzukommen.

Das Gepäck und die Kinder - die jüngste Reisende war nur drei Jahre alt - wurden schließlich auf ein Schienenfahrzeug gepackt, um den letzten Kilometer bis zur Grenze zu bewältigen. Für den Antrieb sorgte der dritte Sekretär der Botschaft, Vladislav Sorokin, der das Gefährt beharrlich bis zum Fluss Tumen schob, der die beiden Länder voneinander trennt.

Als die Truppe über die Eisenbahnbrücke rollte, wurde sie von Ministeriumsmitarbeitern unter Jubel begrüßt. Der Rest der Reise dürfte dann weniger beschwerlich gewesen sein - mit einem Bus ging es anschließend bequem zum Flughafen Wladiwostok.

Im vergangenen Jahr haben viele Diplomaten Nordkorea verlassen - viele Botschaften wurden geschlossen, unter anderem, weil keine Personalrotation mehr möglich war.

Miriam Krammer
Miriam Krammer
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