Kommission in Sorge

Infektionsgeschehen in Österreich immer noch hoch

Österreich
30.01.2021 09:18

Das Infektionsgeschehen in Österreich liegt nach wie vor auf „einem sehr hohen Niveau“. Das hat die Corona-Ampel-Kommission in ihrem jüngsten Kurzbericht konstatiert. Sie empfiehlt, dass die „gesetzten präventiven Maßnahmen zur Kontaktreduktion“ fortgesetzt werden sollen. Insbesondere die neuen Virusmutationen bleiben ein weiter hoher Unsicherheitsfaktor. Die Kommission betonte jedoch auch, dass auf die erforderliche Akzeptanz der Bevölkerung Rücksicht genommen werden müsse.

Nur durch das Verständnis bei der Bevölkerung könnten weiterhin notwendige Rückgänge der Ansteckungen erreicht werden, mahnt die Kommission in ihrem Bericht. Am Montag will die Bundesregierung über eine mögliche Verlängerung des Lockdowns oder allfällige Lockerungen ab dem 8. Februar entscheiden.

Ampel leuchtet weiterhin rot
Die Ampel-Kommission hatte bei ihrer Sitzung am Donnerstag entschieden, dass es weiter keine regionalen Unterscheidungen gibt und ganz Österreich rot bleibt. Grund dafür ist unter anderem die Virusmutation B.1.1.7. - zu dieser liegen nach wie vor keine eindeutigen Hinweise auf die genaue Verbreitung vor. Auch wenn sich die Variante aus Großbritannien bislang noch nicht sehr weit ausgebreitet zu haben scheint, berechneten die Experten bereits verschiedene Szenarien dazu.

Die Corona-Ampel leuchtet bereits seit Wochen durchgehend rot. (Bild: APA/Herbert Pfarrhofer)
Die Corona-Ampel leuchtet bereits seit Wochen durchgehend rot.

Mutation wohl schon bald vorherrschende Variante
Je nach Modell erreicht die Virus-Mutation B.1.1.7 dabei binnen 50 Tagen einen Anteil von 50 Prozent der Fälle im Bestfall bzw. setzt sich nach 50 oder 30 Tagen als dominanter Typ mit mehr als 80 Prozent Anteil bei den Neuinfektionen durch. Die Auswirkungen auf die täglichen Neuinfektionen reichen im 50-Tage-Simulationszeitraum bei konstanter Wirksamkeit der Maßnahmen von einem kontinuierlichen Rückgang bis zu einem starken Anstieg.

Nimmt die Wirksamkeit der Maßnahmen wie Abstandsregeln oder Maskenpflicht ab, bedeutet dies im besten Fall einen moderaten und im Worst-Case-Szenario einen starken Anstieg der Neuinfektionen und in weiterer Folge auch der Hospitalisierungen. Vor etwaigen Lockerungen müsse die Situation jedenfalls präzise evaluiert werden, heißt es.

Damit sich die Lage in den Spitälern wirklich entspannen kann, müsste die Zahl an Neuinfektionen konstant unter 1000 Fälle pro Tag sinken. (Bild: APA/dpa-Zentralbild/Jens Büttner)
Damit sich die Lage in den Spitälern wirklich entspannen kann, müsste die Zahl an Neuinfektionen konstant unter 1000 Fälle pro Tag sinken.

Gesundheitssystem erholt sich nur langsam
Im Vergleich zur Vorwoche leicht gesunken ist die Belastung des heimischen Gesundheitssystems. Die Auslastung der Intensivstationen lag am Mittwoch bei 15 Prozent, im Vergleich zu 16 Prozent in der Vorwoche und war damit nach wie vor auf erhöhtem Niveau. „Ein neuerlicher dynamischer Anstieg der inzidenten Fälle kann die Lage in den Intensivstationen zum Zusammenbruch bringen“, warnt die Kommission in ihrem Bericht.

Der angestrebte Regelbetrieb der Spitäler kann ab einer Auslastung der Intensivbetten von etwa zehn Prozent (circa 200 belegten Betten) wieder hergestellt werden. Dazu müsste jedoch die Zahl an Neuinfektionen pro Tag konstant unter 1000 Fälle sinken.

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