Nächster Bluff

Rückgabe von Weidingers Titel gar nicht möglich

Kärnten
30.01.2021 08:54

Nach der Plagiatsaffäre um den Villacher VP-Nationalrat, Gemeinderat und Ausschussvorsitzenden Peter Weidinger, kündigte dieser an, auf seinen Magister-Titel zu verzichten. Die Rückgabe eines Titels ist aber vorerst gar nicht möglich. Am Freitag trat Weidinger zumindest als Stadtparteiobmann von Villach zurück. 

„Ich werde der Uni Graz mitteilen, dass ich auf meinen Magister-Titel verzichte“, war die Reaktion des ÖVP-Multifunktionärs (Nationalrat, Villacher Gemeinderat, Ausschussvorsitzender) Peter Weidinger auf Plagiatsvorwürfe gegen ihn. Allerdings gilt das Motto: „Die Uni gibt, die Uni nimmt.“ Das bestätigt Joachim Hirtenfellner, Pressesprecher der renommierten steirischen Alma Mater.

Aberkennung nur durch Universität
Konkret bedeutet das: Man kann verzichten, den akademischen Grad zu führen, also etwa auf Visitkarten zu drucken, eine Aberkennung ist aber nur durch die Uni möglich. Dem geht ein langwieriges Prozedere voraus. Hirtenfellner: „Es muss eine Anzeige geben, es werden Gutachter bestellt und ein Aberkennungsverfahren eingeleitet. Die Agentur für wissenschaftliche Integrität kann beigezogen werden.“

Weidinger bleibt Magister
Solange bleibt Weidinger „magister iuris“ – trotz der von Plagiatsjäger Stefan Weber entdeckten 30 Textfragmente ohne oder mit falschen Quellenangaben. Ob sich Weidinger, der schon einmal in ein Schlagloch im Lebenslauf stolperte, politisch hält, wird spannend.

Parteien fordern Konsequenzen
Villachs Vizebürgermeisterin Irene Hochstetter-Lackner: „Die SPÖ erwartet, dass sich Weidinger ein Beispiel an der zurückgetretenen Arbeitsministerin Christine Aschbacher nimmt.“ Das ist eindeutig.
Auch FP-Stadtrat Erwin Baumann fordert Weidingers Demission: „Untragbar, dass er bei den Gemeinderatswahlen antritt. Spitzenkandidatin Katharina Spanring hat akuten Handlungsbedarf. Ein Wahlvorschlag ,Magister Weidinger‘ ist absolut inakzeptabel.“

Rücktritt als Stadtparteiobmann
Peter Weidinger zog Freitag erste Konsequenzen, er gab einen der wenigen unbezahlten Jobs in seinem Politik-Portfolio auf und trat als Stadtparteiobmann von Villach zurück. Ein Parteitag soll folgen. Landesparteichef Martin Gruber: „Warten wir das Prüfverfahren der Uni ab. In Villach übernimmt Christian Pober.“

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