Arbeiterkammer OÖ:

„Wir spüren noch die Folgen der Spekulationen“

Die Corona-Krise schürt Langzeitarbeitslosigkeit. Ende Dezember waren rund 12.800 Menschen mehr als ein Jahr beschäftigungslos – ein Anstieg um mehr als die Hälfte im Vergleich zum Vorjahr. Immer mehr Jüngere sind betroffen. Die Arbeiterkammer OÖ fordert eine Offensive, um gegenzusteuern.

Lange hatte OÖ eine geringe Langzeitarbeitslosigkeit. Im Vergleich zum Vorjahr stieg sie jetzt um 52 Prozent an, auf 12.800 Menschen. Zum Vergleich: 2008 suchten noch weniger als fünf Prozent der Arbeitslosen in OÖ länger als ein Jahr einen Job; derzeit sind es 24,6 Prozent, also jeder Vierte ohne Arbeit. Als Grund für die „Explosion der Zahlen“ nennt AK-Chef Johann Kalliauer die Corona-Pandemie und die Spekulationskrise 2008/2009. „Wir spüren bis heute die Langzeitfolgen“, sagt Kalliauer.

Immer mehr Junge
Was schockiert: Rund 57,9 Prozent sind älter als 44 Jahre, aber immer mehr Junge sind betroffen. Die AKOÖ wirft Bund und Land „Tatenlosigkeit“ vor und fordert eine Offensive: 4000 Langzeitarbeitlose sollen binnen zwei Jahren in den Arbeitsmarkt integriert werden. So könnten im öffentlichen und gemeinnützigen Bereich 1000 Jobs geschaffen werden, etwa für Alten- und Kinderbetreuung oder Pflege.

Mehr Geld für geförderte Jobs
Zudem soll das Budget für „sozialökonomische Betriebe“ (geförderte Beschäftigungsprojekte) von 21,9 auf 25 Millionen Euro erhöht werden. So könnten noch einmal 1250 zusätzliche Arbeitsplätze entstehen.

Elisabeth Rathenböck, Kronen Zeitung

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Donnerstag, 25. Februar 2021
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