25.01.2021 12:41 |

Corona-Wintersemester

Studierende kämpfen gegen Einsamkeit & Stress

Viel ist zuletzt über das Wohlbefinden von Österreichs Schülern angesichts der fortdauernden Corona-Lockdowns und dem damit verbundenen Homeschooling berichtet worden. Aber wie geht es den Studierenden, die seit November des Vorjahres von zu Hause aus lernen? Auch hier besteht Grund zur Sorge, denn wie eine aktuelle Befragung deutlich macht, haben Studenten mit Einsamkeit und Stress zu kämpfen. Die mentale Gesundheit werde durch die starke Beanspruchung, die Isolation und die allgemeine Unsicherheit enorm belastet, so das ernüchternde Fazit der Befragung.

420 Studierende von Universitäten, Fachhochschulen und Pädagogischen Hochschulen haben an der bereits dritten Umfrage von Studo. der meistgenutzten Studierenden-App in Österreich, zum Thema „Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf Studierende“ teilgenommen.

Digitale Lehre wesentlich verbessert
Der radikale Umstieg von Präsenz- auf digitale Lehre im Frühjahr 2020 hatte die eLearning-Systeme der Hochschulen auf eine harte Probe gestellt. Die Lehren aus dem Frühjahr konnten die Hochschulen aber erfolgreich für das Wintersemester 2020/2021 ziehen. Nach anfänglicher Skepsis gegenüber dem digitalen Lehrangebot, bevorzugen aktuell zwei Drittel der Studierenden Blended Learning (Anm.: teils Präsenz, teils digitale Lehre) oder reine digitale Lehre. „Es ist schön zu sehen, dass sich mehr als die Hälfte der Studierenden von ihrer Hochschule gut oder sehr gut unterstützt fühlt“, sagt Lorenz Schmoly, Geschäftsführer von Studo. Auch wenn sich durch die Einstellung des Lehr- und Prüfungsbetriebs für rund die Hälfte der an der Umfrage teilnehmenden Studierenden das Studium verzögert - Lernfortschritte seien dennoch möglich.

Mehr Lernaufwand in Corona-Zeiten
Allerdings stehen die Studierenden auch vor einigen Herausforderungen, wie die Befragung deutlich macht: der Lernaufwand für das Studium hat sich für die befragten Studierenden maßgeblich erhöht. 9 von 10 Studierenden fühlen sich mit dem aktuellen Lernaufwand überfordert. Die Studierenden geben an, dass derzeit mehr von ihnen gefordert werde und es wenig Verständnis für weitere Aufgaben der Studierenden wie Betreuungspflichten oder die Pflege von Angehörigen gebe.

Einsamkeit, Überforderung, Hoffnungslosigkeit
Durch die erhöhten Belastungen im Studium, die Isolation und die allgemeine Unsicherheit in allen Lebensbereichen werde die mentale Gesundheit von Studierenden enorm belastet, heißt es weiter. Nicht einmal ein Viertel der Studierenden fühlt sich demnach in der aktuellen Zeit mit den Studienkollegen verbunden. „Zu einem Studium gehören auch die Begegnungen am Campus, spontane Diskussionen im Kurs und das Lernen mit der Lerngruppe in der Bibliothek“, so die Rückmeldung der befragten Studierenden. In Anbetracht des andauernden Lockdown-Zustands fühlen sich viele mut- und hoffnungslos.

„All diese Emotionen sind normal, wenn wir uns an eine neue Situation anpassen müssen - sollten aber keinesfalls unter den Tisch gekehrt werden, da diese langfristig die Entstehung psychischer Erkrankungen begünstigen können“, betont Dr. Bernadette Frech, CEO von Instahelp, der Plattform für psychologische Beratung online. Um die mentale Belastung aufzufangen, hatten die beiden Grazer Unternehmen Studo und Instahelp im letzten Jahr den Student Helpchat gestartet. Dort können Studierende unter 140 Psychologen und Psychologinnen für ihre Beratung wählen, per Chat, Anruf oder Videocall.

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