24.01.2021 14:18 |

Nach 15 Jahren Pause

Phil Collins will wieder mit Genesis touren

Der einst so vitale und quirlige Phil Collins (69) gibt derzeit ein trauriges Bild ab, das dem Popstar und Entertainer so gar nicht gerecht wird. Wäre Corona nicht dazwischen gekommen, hätte er gerade eine Tournee mit seiner Band Genesis hinter sich. Doch statt mit seiner Musik macht er kurz vor seinem 70. Geburtstag am 30. Jänner mit der zweiten Trennung von seiner Ex-Frau Orianne, der Mutter seiner zwei Söhne Matthew und Nicholas, Schlagzeilen.

Die Konzerte seiner bis dato letzten Welttournee, die bis Herbst 2019 unter dem makabren Titel „Still Not Dead Yet“ (Immer noch nicht tot) lief, absolvierte der Musiker im Sitzen - ein ungewohnter Anblick. In den für Collins immens erfolgreichen 80er und 90er Jahren tanzte er durch peppige Musikvideos zu Hits wie „Don‘t Lose My Number“, „You Can‘t Hurry Love“ oder dem legendären Genesis-Klassiker „I Can‘t Dance“. Noch bis in die späten 2000er raste er bei seinen Konzerten mit schelmischem Grinsen rastlos von einem Bühnenrand zum anderen.

Aufnahmen von Proben veröffentlicht
Sobald es die Coronavirus-Lage zulässt, will er mit Genesis auf Tour gehen - nach fast 15 Jahren Pause. „Es gibt nur wenige Bands, die so lange zusammen waren und immer noch miteinander sprechen, die gern beisammen sind und gern gemeinsam Musik machen“, so Collins. Gerade veröffentlichte die Band Aufnahmen von den Proben.

Rosenkrieg mit Ex, Rücken-OP, Pankreatitis
Auf den letzten gemeinsamen Fotos wirkte Collins wie ein Häufchen Elend. Dass er angeschlagen aussah, hatte aber wohl auch mit seiner körperlichen Verfassung zu tun. Seit einer Rückenoperation geht der gebürtige Londoner am Stock, weil sein rechter Fuß gelähmt ist. Auch drei Scheidungen gingen nicht spurlos an ihm vorüber. Er flüchtete sich in den Alkohol, die Trinkerei bescherte ihm eine akute Pankreatitis, eine gefährliche Entzündung der Bauchspeicheldrüse. Erst nach mehreren Versuchen gelang ihm der Entzug. Außerdem befindet er sich mit seiner Ex-Frau in einem Rosenkrieg. Cevey hatte Collins unter anderem als „impotenten Einsiedler“ bezeichnet.

„Wäre schön, wenn ich die Drums noch spielen könnte“
Seine geliebten Drums kann er aufgrund seiner körperlichen Verfassung übrigens nicht mehr spielen. „Wenn ich es nicht so gut kann wie früher, dann lasse ich es lieber ganz. Ich möchte kein Schatten meiner selbst sein“, sagte er mit hörbarer Resignation in seiner Stimme. „Ich wäre deppert, wenn ich sagen würde, es fehlt mir nicht. Schließlich habe ich das mein ganzes Leben lang gemacht.“ „Natürlich gibt es bei den Konzerten immer den Moment, an dem “In The Air Tonight„ kommt und die Leute denken, dass ich vielleicht doch spiele“, räumte Collins ein. „Insgeheim hoffen sie, dass es der Abend wird, an dem ich es doch mache. Es wäre schön, wenn ich das könnte.“

Fakten

In den 80ern wurde aus der Rockband Genesis auch wegen Collins eine radiotaugliche Popband, die weltweit mehr als 150 Millionen Alben verkauft haben soll. Gleichzeitig feierte er als Solokünstler einen raketenhaften Aufstieg. Gleich seine erste Single „In The Air Tonight“ war ein Nummer-Eins-Erfolg. Der Song, der auch im Soundtrack der 80er-Jahre-Kultserie „Miami Vice“ zu hören war, ist nicht zuletzt dank des legendären Schlagzeug-Breaks ein unsterblicher Klassiker. Ob Phil Collins noch einmal mit neuer Musik für Schlagzeilen sorgen wird, ließ er bisher offen. „Testify“, sein letztes Studioalbum mit eigenen Songs, liegt fast 20 Jahre zurück. „Ich sollte wohl mal wieder einen Finger bewegen und etwas Neues machen“, sagte er 2017 der dpa in London. „Ich war zu faul.“ Seitdem hat er nur eine Zusammenstellung mit alten Tracks veröffentlicht.

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