19.01.2021 16:41 |

Regeln ignoriert

5000 Belgier wegen Skifahrerin in Quarantäne

Skiurlaub mit schwerwiegenden Folgen: Weil eine Skifahrerin aus Belgien nach ihrem Urlaub in der Schweiz die Quarantäne-Regeln missachtet hat, mussten zwei Schulen geschlossen und Massentests durchgeführt werden. Insgesamt 5000 Menschen sind mittlerweile wegen der Frau in Quarantäne.

Das Thema dominierte am Dienstag die Titelseiten der belgischen Zeitungen: Die Belgierin hatte von ihrem Skiurlaub während der Weihnachtsfeiertage in der Schweiz - wie sich später herausstellen sollte - die britische Coronavirus-Variante mit nach Hause gebracht. Anstatt sich nach ihrer Rückkehr an die in Belgien geltenden Quarantäne-Regeln zu halten, hatte die geschiedene Frau umgehend wieder Kontakt mit ihrer Tochter, die sie während ihres Ski-Trips beim Vater gelassen hatte.

Nachdem ein erster Corona-Test noch ein negatives Ergebnis brachte, fiel Tage später ein zweiter Test aber positiv aus, wie die belgische Zeitung „La Libre“ berichtete. Zu diesem Zeitpunkt war es aber bereits zu spät: Vater und Tochter waren schon mit Covid-19 infiziert und die Tochter hatte in der Schule eine Mitschülerin angesteckt, welche das Virus wiederum an ihre Mutter weitergab - die selber Lehrerin an einer anderen Schule ist. Den Ärzten zufolge soll es sich um die ansteckendere Briten-Mutation B.1.1.7. des Coronavirus handeln.

Massentests in zwei flämischen Gemeinden
Die Folgen: Im Raum Antwerpen mussten zwei Schulen geschlossen, die Schüler sowie das Lehrpersonal samt Familien in Quarantäne geschickt werden. Insgesamt sind rund 5000 Menschen aus den flämischen Gemeinden Edegem und Kontich betroffen. Das Verhalten der Frau sei „unverantwortlich und skandalös“, kommentierten die Zeitungen des Landes. In Kontich waren am Dienstag Massentests bei 1450 Schülern und 250 Lehrern gestartet worden, wie „La Libre“ weiter berichtete. In Edegem wurden die Tests bereits am Montag durchgeführt. Um aus der Quarantäne entlassen zu werden, steht in einer Woche ein zweiter Test an.

Auch der Bürgermeister von Edegem befindet sich in Quarantäne. Sein Kommentar: „Es ist bedauerlich. Wenn sich alle an die Regeln gehalten hätten, wären wir jetzt nicht in dieser Situation“, so Metsu gegenüber der Zeitung „Het Laatse Nieuws“. Über die Frau sagte er außerdem: „Sie ist schuldig, sie weiß das. Es ist ihr Fehler, der sich auf Tausende Menschen auswirkt.“ Sein Amtskollege aus Kontich, Bart Seldeslachts, gab sich indessen optimistisch, man habe bislang noch keinen „außergewöhnlichen Anstieg an Corona-Fällen“ feststellen können.

In die Kritik geraten ist bei der Causa aber auch die belgische Regierung, weil sie Auslandsreisen nicht grundsätzlich untersagen würde. Belgien diskutiert derzeit über verschärfte Reiseregeln. Bislang sind bei der Rückkehr aus einem Corona-Risikogebiet Quarantäne und ein Test bei der Rückkehr sowie Woche später verpflichtend.

 krone.at
krone.at
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).