09.01.2021 11:55 |

„An Kinder gedacht“

Kindesabnahme in Wien eskaliert: Vater reumütig

Er habe nur an seine Kinder gedacht. Reumütig gab sich im Zuge seiner Einvernahme jener 31 Jahre alte Verdächtige, der am Freitagnachmittag im Wiener Bezirk Döbling völlig ausgerastet und mit dem Wagen auf mehrere Polizisten zugerast war - fünf von ihnen wurden dabei verletzt. Wie berichtet, war eine Kindesabnahme gänzlich eskaliert.

Die Polizei war von Mitarbeitern des Magistrats um einen Assistenzdienst bei einer Kindesabnahme ersucht worden. Einem Paar, das in einem Wohnheim in Döbling lebt, sollten die drei Kinder entzogen werden. Weil die Familie einen Hund besitzt, war auch eine Polizeidiensthundeeinheit dabei. Der 31-jährige Vater, er stammt aus der Dominikanischen Republik, verließ im Zuge der Amtshandlung zunächst freiwillig die Wohnung.

Polizist auf Motorhaube mitgeschleift
Als dann seine Kinder mit einem Auto weggebracht wurden, sah der Verdächtige offenbar rot, sprang in sein Auto, rammte zunächst einen Polizeibus und verletzte zwei Beamte.
Ein Hundeführer stellte sich daraufhin vor das Fahrzeug des Mannes, um ihn zu stoppen. Dieser aber stieg aufs Gas und fuhr den Beamten an, der mehrere Meter auf der Motorhaube mitgeschleift wurde. Einer der Polizisten gab einen Warnschuss ab. Der 31-Jährige raste über eine rote Ampel davon.

Schuss ins Wageninnere
Auf der Währinger Straße erkannten andere Polizisten das Fahrzeug. Drei Beamte wollten ihn auf der Fahrbahn mit gezogener Waffe anhalten. Der 31-Jährige stoppte laut Angaben der Polizei kurz, beschleunigte dann aber wieder und fuhr zwei von ihnen an. Die Beamten klammerten sich an Motorhaube und Dachfenster fest, um nicht überfahren zu werden. Zwei weitere Schüssen fielen,
der letzte wurde ins Fahrzeug des 31-jährigen Verdächtigen abgegeben. Daraufhin stoppte der mutmaßlichen Täter. Bei seiner Festnahme leistete er weiter heftigen Widerstand.

Fünf Beamte erlitten Verletzungen, glücklicherweise waren keine davon tragisch, so Polizeisprecherin Barbara Gass. Zwei Polizisten mussten jedoch ihren Dienst beenden.

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