„Krawall bei Lass-die-Sau-raus-Gelegenheiten gibt’s traditionell auch unter der heimischen Landjugend“ - die Landjugend Österreich traute wohl ihren Augen nicht, als man diesen Satz zuletzt in einer Kolumne des „Standard“ las. Tags darauf rückte die Organisation öffentlich zur Verteidigung aus und verlangte eine Entschuldigung: Der Vergleich sei eine Verunglimpfung einer ganzen Generation von Jugendlichen im ländlichen Raum, „die wir uns nicht gefallen lassen“.
„In Wien-Favoriten randalieren u.a. Syrer und Iraker in der Silvesternacht unter ,Allahu Akbar‘-Rufen, demolieren die Schaufenster eines Juweliergeschäftes und beschießen Polizeikräfte mit Böllern. Und einem der führenden Meinungsjournalisten des Landes fällt nichts Besseres ein, als diese kriminellen Vorfälle mit Landjugend-Festen zu vergleichen“, schimpfte die Bundesleitung der Landjugend, Ramona Rutrecht und Martin Kubli, am Samstag in einer Aussendung und kündigte rechtliche Schritte an - außerdem wurde eine öffentliche Entschuldigung des Autors gefordert.
„Wir ermöglichen Dinge und zerstören nicht“
Es sei auch egal, ob die Landjugend als Organisation oder Jugendliche am Land generell gemeint gewesen seien, wurde betont. „Dieser Vergleich soll offenbar der Verharmlosung der Vorfälle in Favoriten in der Silvesternacht dienen, und zwar auf dem Rücken Zehntausender Jugendlicher, die in keiner Weise etwas damit zu tun haben. Die Landjugend als Organisation steht für Zusammenhalt, Gemeinschaft, auch für die Veranstaltung von Festen (wenn das wieder möglich ist), aber ganz bestimmt nicht für Gewalt, Randale oder Islamismus. Wir, die Landjugend, sind ein konstruktiver Verein, wir ermöglichen Dinge und zerstören nicht.“
Kontext: „Jugendliche Mobs“
Nach einer Einleitung über die Randale in Favoriten zur Silvesternacht stand der betreffende Satz in der Kolumne nach dem Zwischentitel „Jugendliche Mobs“ in folgendem Kontext: „Krawall bei Lass-die-Sau-raus-Gelegenheiten gibt’s traditionell auch unter der heimischen Landjugend. Aber die Vorfälle häufen sich, und sie gehen von jugendlichen Mobs aus: Sturm auf eine Kirche, Attacken von türkischen Nationalisten auf Kurden.“ In weiterer Folge wurden Behörden und „Migrantenvereine“ in die Pflicht genommen.
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