20.12.2020 18:37 |

Experten sind sicher:

Virus-Mutation beeinträchtigt Impfwirkung nicht

Nach Ansicht von Experten wird die Wirksamkeit der Corona-Impfstoffe durch die in Großbritannien aufgetauchte neue Variante des Virus SARS-CoV-2 vermutlich nicht entscheidend beeinträchtigt. Andreas Bergthaler von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) hält diese Entwicklung nicht für „wahnsinnig alarmierend“. Denn dass Mutationen auftauchen, sei nicht ungewöhnlich.

Derzeit wisse man nicht, ob die beobachteten Veränderungen die Eigenschaften des Erregers überhaupt entscheidend verändern, sagt der ÖAW-Mikrobiologe. „Es ist unwahrscheinlich, dass eine einzige Mutation dazu führt, dass ein Impfstoff auf einmal nicht mehr wirksam ist“, so Bergthaler.

Mutation ansteckender als bisherige Varianten
„Ich sehe da derzeit keinen Grund für Alarm“, ist auch Richard Neher vom Biozentrum der Universität Basel überzeugt. Seit einigen Wochen breitet sich im Südosten Englands eine Coronavirus-Mutation aus, die ersten Erkenntnissen zufolge ansteckender ist als bisherige Varianten. Dass diese Variante sich schneller ausbreite, sei grundsätzlich plausibel, sagte Neher.

Wenn sich das bestätige, seien deutlich schärfere Maßnahmen nötig, um die Ausbreitung des Coronavirus wie gewünscht einzudämmen, so der Wissenschaftler. Denkbar sei aber auch, dass die derzeitige verstärkte Ausbreitung dieser Variante letztlich Zufall sei und etwa auf ein Superspreading-Event zurückgehe.

Mit Blick auf die Wirksamkeit der Impfung betonen die Experten, dass der Impfstoff eine Immunreaktion gegen gleich mehrere Virusmerkmale erzeugt. Veränderungen einzelner Merkmale würden deshalb nicht dazu führen, dass das Immunsystem den Erreger nicht mehr erkenne, erläuterte Neher. Man müsse die weitere Dynamik genau beobachten. 

Variante in Österreich bislang nicht nachgewiesen
In Österreich ist die für Aufregung sorgende neue Variante des Erregers SARS-CoV-2 bis dato nicht aufgetaucht. „Diese Virus-Mutation wurde in Österreich bisher nicht nachgewiesen“, hieß es am Sonntag auf Anfrage aus dem Gesundheitsministerium.

WHO fordert von EU striktere Maßnahmen
Angesichts der neuen Variante hat die Weltgesundheitsorganisation WHO ihre europäischen Mitgliedsstaaten zu einer Verschärfung ihrer Coronavirus-Maßnahmen aufgerufen. „In Europa, wo die Übertragung hoch und weit verbreitet ist, müssen die Länder ihre Kontroll- und Vorbeugemaßnahmen verstärken“, sagte am Sonntag eine Sprecherin der WHO-Europa.

Außerhalb Großbritanniens wurden bis Samstag elf Fälle der Virus-Mutation gemeldet: neun in Dänemark und je einer in den Niederlanden und Australien. Mehrere europäische Staaten kündigten daraufhin an, die Flugverbindungen aus Großbritannien einzuschränken. Auch Österreich will laut dem Gesundheitsministerium ein Landeverbot für Flüge aus Großbritannien.

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