17.12.2020 11:30 |

In den 50er Jahren

Ex-Gemeinderat überstand als Soldat eine Pandemie

Bereits vor Corona hielten Pandemien die Welt in Atem. Nach der Spanischen Grippe (1918 - 1920), die 50 Millionen Leben kostete, grassierte in den Jahren 1957/58 die asiatische Grippe und forderte zwei Millionen Tote. Einer, der sie mitgemacht und zum Glück überlebt hat, ist der Klagenfurter Reinhold Gasper.

Reinhold Gasper ist noch vielen bekannt; er war der erste Gemeinderat der Grünen und hat viel über die Geschichte Klagenfurts und Kärntens veröffentlicht.

Während seiner Zeit beim Bundesheer hat Gasper die Asiatische Grippe, auch Vogelgrippe genannt, am eigenen Leib erlebt. „Ich bin im Oktober 1957 eingerückt und war danach in der Alpenjägerkaserne in Spittal stationiert“, erinnert sich der Hobbyhistoriker.

Überfüllte Krankenstation
Im Winter erkrankte er wie unzählige seiner Kameraden: „Bald war die Krankenstation überfüllt. Die infizierten Soldaten fanden auf Notbetten in einem Turnsaal Aufnahme.“
Viel konnte man für die Kranken nicht tun: „Ich kann mich erinnern, dass wir hauptsächlich Tee bekamen; vermutlich auch Medikamente.“ Erst später hat Gasper erfahren, dass formalinhaltige Tabletten empfohlen waren: „Kann sein, dass auch ich welche gekriegt habe. Zum Glück mussten wir nicht gurgeln. Damals hielt man nämlich Wasserstoffperoxid für ein probates Mittel.“

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Nach der Krankheit war ich derart geschwächt, dass ich nicht einmal mehr meinen Koffer hätte tragen können.

Reinhold Gasper

Danach wurden über lange Zeit in Kärntner Betrieben jährlich Arbeiter geimpft. Gasper: „Damit es schneller geht, mit Druckluftpistolen anstatt mit Spritzen. Ich habe mich sowieso gegen alles impfen lassen.“

Serina Babka
Serina Babka
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