14.12.2020 17:05 |

Corona-Massenimpfung

Krankenschwester bekam erste Dosis in den USA

Nach China, Russland und Großbritannien haben nun auch die USA mit den Corona-Impfungen begonnen. Als Zielgruppe für die ersten Impfdosen wurden Spitals- und Pflegepersonal bzw. Hochrisikopatienten ins Auge gefasst. Allerdings dürften aufgrund der begrenzten Menge des bisher ausgelieferten Wirkstoffs noch nicht einmal genügend Vakzine für alle Mitglieder dieser Zielgruppen vorhanden sein. Die allererste geimpfte Person in den Vereinigten Staaten ist eine Krankenschwester, die auf einer Intensivstation in einem New Yorker Krankenhaus arbeitet. Die Verabreichung wurde live im Fernsehen übertragen. Gouverneur Andrew Cuomo verfolgte das Geschehen ebenfalls (siehe Video oben).

Sandra Lindsay vom Jewish Medical Center im New Yorker Stadtteil Queens meinte nach dem erfolgten Stich gegenüber dem Nachrichtensender CNN: „Es hat sich wie jede andere Impfung angefühlt. Ich fühle mich gut. Ich hoffe, das markiert nun den Anfang vom Ende einer sehr schmerzvollen Zeit.“

Lidsay appellierte auch an alle US-Amerikaner: „Wir erleben eine Pandemie, wir müssen alle unseren Teil beitragen. Ich möchte jeden ermutigen, sich impfen zu lassen." Für eine Immunisierung benötigen Geimpfte zwei Dosen, wobei die zweite Teilimpfung drei Wochen später erfolgen muss.

FedEx und UPS liefern Impfstoff
Die größte Massenimpfung in der Geschichte der USA hat mit der Auslieferung des Wirkstoffs am Wochenende begonnen. Mit der Verteilung der Impfdosen sind die beiden Zustellunternehmen FedEx und UPS beauftragt worden. Bis Ende des Monats sollen 2,9 Millionen Impfeinheiten verabreicht werden. Vor allem Pflegepersonal und ältere Menschen sollen unter den ersten Empfängern sein. Das ist zumindest die Empfehlung der Seuchenschutzbehörde CDC. Allerdings entscheiden die einzelnen Staaten autonom, wer zuerst geimpft werden soll.

Trump dementiert Berichte über bevorzugte Behandlung
Am Wochenende sah sich US-Präsident Donald Trump nach entsprechenden Berichten gezwungen, sich zum Impfplan zu äußern, und dementierte, dass es für ihn eine bevorzugte Behandlung gebe. Er stehe nicht auf dem Plan für eine Impfung, sehe dem aber zu einer „passenden Zeit“ entgegen, twitterte Trump am späten Sonntagabend (Ortszeit). Zuvor hatte die Wirtschaftsagentur Bloomberg berichtet, Trump und andere Angehörige des Weißen Hauses sollten die Schutzimpfung schon ab Montag erhalten.

Die Vereinigten Staaten erleben aktuell erneut eine verheerende Welle der Pandemie mit Rekordzahlen bei Infizierten, Erkrankten in Krankenhäusern und Todesopfern. Viele Krankenhäuser berichten von überlasteten Notaufnahmen und fehlenden Pflegekräften für die ständig steigenden Zahlen an Infizierten. Am Montag wurde laut der Johns-Hopkins-Universität die Marke von 300.000 Toten seit Beginn der Pandemie überschritten. In keinem anderen Land der Welt sind - in absoluten Zahlen - so viele Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus bekannt.

Erste Notfallgenehmigung in Großbritannien erfolgt
Großbritannien hatte Anfang vergangener Woche als erstes westliches Land mit Massenimpfungen begonnen, nachdem es dem Biontech/Pfizer-Impfstoff als weltweit erstes Land eine Notfallgenehmigung erteilt hatte. In England werden Corona-Impfungen seit Montag auch in Hausarztpraxen verabreicht. In der EU wird noch vor Jahresende mit einer Zulassung gerechnet. Der Impfstoff von Biontech und Pfizer wird derzeit als eines der vielversprechendsten Mittel zur Eindämmung der Corona-Pandemie gesehen.

Gabor Agardi
Gabor Agardi
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).