04.12.2020 15:02 |

„Kritische Wetterlage“

Schneewalze rollt heran: ÖBB sperren Tauernstrecke

Die drohenden Neuschneemassen - bis zu einem Meter der weißen Pracht ist in Tallagen möglich - und prognostizierten Niederschläge in Kärnten, Tirol und Salzburg ließen die ÖBB bereits vorsorglich drastische Schritten setzen: So würden die Witterungsverhältnisse „in dieser Situation keinen planmäßigen Bahnbetrieb“ erwarten lassen, teilten die Bundesbahnen am Freitagnachmittag mit. Deshalb werde die Tauernstrecke von Spittal-Millstättersee bis Schwarzach-St. Veit gesperrt, ebenso die Strecke von Lienz über Sillian nach San Candido-Innichen. Ein Schienenersatzverkehr mit Bussen wird eingerichtet.

Der Betrieb der Tauernschleuse wird am Freitagabend - so wie der Nahverkehr nach Mallnitz - ebenfalls eingestellt. Die Sperre gilt bis einschließlich Montag. „Betroffen sind alle Nah- und Fernverkehrsverbindungen sowie der Güterzugverkehr“, hieß es in der Aussendung. Am Freitag fährt der Schienenersatzverkehr mit Bussen zwischen Bischofshofen und Spittal-Millstättersee. Ab dem Samstag wird für die Fernverkehrszüge ein Schienenersatzverkehr mit Bussen ab Villach über Spittal-Millstättersee nach Bischofshofen fahren.

Verzögerungen drohen
Laut ÖBB bleibt die Strecke zwischen Spittal-Millstättersee und Lienz vorerst offen, auch die Bahnstrecke über den Brenner bleibt vorerst geöffnet. Wegen des Wetters könne es laufend zu Verzögerungen kommen - Fahrgäste sollen sich daher vor Reiseantritt im Web oder beim ÖBB-Kundenservice unter 05/1717 informieren.

Wetterwarnung
Mit einer enormen Ladung an Schnee muss jedenfalls in Osttirol und Oberkärnten gerechnet werden. Wie Wetter-Experte Nikolas Zimmermann von UBIMET berichtete, sorge ein Randtief über Norditalien „für intensiven und teils auch gewittrig durchsetzten Schneefall“ in den besagten Regionen. Das Land Kärnten hat daher für das Lesachtal (Bezirk Hermagor) und das obere Mölltal (Bezirk Spittal/Drau) eine Wetterwarnung gegeben. Das erklärte Katastrophenschutzreferent Daniel Fellner (SPÖ) am Freitag nach einer Sitzung des Landeskrisenstabs. Die Behörden stehen in erhöhter Bereitschaft.

Schon in den Tiroler Tälern sind bis zu einem Meter, in der Höhe sogar zwei Meter Neuschnee zu erwarten. Am Sonntag mischt sich unterhalb von 1000 Meter auch Regen dazu. Die Einsatzkräfte sind gerüstet, unter anderem verlegte das Rote Kreuz in Osttirol Ausrüstung in jene Gebiete, die von der Umwelt abgeschnitten sein könnten. In Kärnten wurden aufgrund der Niederschläge bereits vorsorglich die Wasserspiegel der drei Drau-Stauseen gesenkt. 

ORF-Wetterexperte Marcus Wadsak sprach von einer „sehr kritischen und wohl problematischen Wetterlage“, die auf Teile Österreichs zukäme. „Solche enormen Schneemassen in kurzer Zeit sind selten und gepaart mit Sturm gefährlich“, so Wadsak zur deutschen „Bild“.

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