Zahlen geben Hoffnung

Intensivmediziner: „Habe tragische Fälle erlebt“

Es besteht Hoffnung, die Zahlen sinken. Die Neuinfektionen liegen bei 3972. 121 Todesfälle, auf Normalstationen 220 Patienten weniger, 17 weniger in Intensivbehandlung. Markus Franner (51) leitet die Intensivmedizin im Salzkammergut Klinikum in Gmunden/OÖ. Er gibt einen aktuellen Einblick.

„Krone“: Ist die intensivmedizinische Situation weiter angespannt?
Markus Franner: Ja, angesichts der hohen Infektionszahlen sind unsere Patienten in der zweiten Welle bisher immer mehr geworden. Wirkliche Stagnierung haben wir noch nicht erlebt. Trotzdem ist es unsere große Hoffnung, dass dieser Lockdown deutlich zu einer Abflachung der Infektionskurve führt.

Bis jetzt wurde es immer anstrengender für Sie und Ihr Team?
Ja, genau. Diese Vielzahl an schwer kranken Patienten mit derselben lebensbedrohlichen Erkrankung ist etwas völlig Neues für uns. Was wir gelernt haben, ist, jeden Schritt streng zu planen, damit meine Leute nicht bis zu einem extremen Erschöpfungsgrad im Schutzanzug arbeiten.

Ihre jüngste Patientin?
Sie war 20 Jahre alt. Der älteste Patient war 82. Der Durchschnitt ist zwischen 45 und 65 Jahre alt. Die meisten haben keine besonderen Vorerkrankungen und brauchen wirklich intensivmedizinische Hilfe.

Wie sind die Chancen von jüngeren Patienten?
Das einzige Positive ist, dass die jüngeren Menschen mithilfe der Intensivtherapie die Krankheit meist überleben. Aber ohne Intensivtherapie würden sie sterben. Doch je älter die Patienten sind, desto höher ist die Sterblichkeit.

Haben Sie schon Patienten verloren?
Ja.

Wie ist das für Sie?
Ich habe schon tragische Fälle erlebt. Das rasche Sterben von Menschen, die durch diese Krankheit aus dem Leben gerissen werden, ist für das ganze Behandlungsteam sehr belastend.

Elisabeth Rathenböck, Kronen Zeitung

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