Christandls Karriere als Anleger-Anwalt begann mit der Pleite der steirischen BHI-Bank. Zwei Milliarden Schilling (140 Millionen Euro) waren es, die er damals erstritten hat. Dann kam die Rieger-Bank. 20 Millionen gab's für Klienten, die sonst wohl durch die Finger geschaut hätten. "Robin Hood der Anleger" trägt der Advokat seit damals einen durchaus ehrenvollen Spitznamen. Aktuell vertritt der Jurist 70 Anleger im Verfahren gegen den Finanzdienstleister AWD: "Wir haben schon mehrere außergerichtliche Vergleiche geschlossen!"
Sammelklage von 224 Steirern
Doch auch der Verein für Konsumentenschutz (VKI) verschärft in der Causa AWD seine Gangart: 224 Steirer haben sich zu einer Sammelklage zusammengeschlossen, weil sie - so der gravierende Vorwurf - zu Opfern von "systematischer Fehlberatung" geworden seien. Mit der Folge, dass jetzt insgesamt 2,5 Millionen Euro futsch sind. Der Grazer Hans M. etwa hat seine sauer ersparten 11.000 Euro in Immobilienwerte investiert - und dafür hat man ihm ein "Garantiezertifikat" in die Hände gedrückt: "Das sollte mir wohl signalisieren, dass das Geld sicher angelegt ist. Alles falsch, alles ein gewaltiger Bluff. Am Ende hatte ich gar nichts mehr..."
Jahrelanger Rechtsstreit droht
Das ist nur einer von vielen geplatzten Träumen. Da ist's nicht um das "große Geld" gegangen, nein, es sind kleine Sparer über den Tisch gezogen worden. Beim Wiener Handelsgericht sind die Klagen eingebracht. Kommt es zu keinen Vergleichen, dann droht ein jahrelanger zermürbender Rechtsstreit.
von Gerald Schwaiger und Gerhard Felbinger, "Steirerkrone"
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