29.11.2020 13:47 |

Große Verwunderung

AMS verschickt Job in Après-Ski-Lokal ab Dezember

Eine Aufforderung des Arbeitsmarktservice (AMS) zur Bewerbung in einem Tiroler Après-Ski-Lokal hat am Sonntag für große Verwunderung in den sozialen Medien gesorgt. Während die Infektionszahlen mit dem Coronavirus in Österreich nur leicht zurückgehen und auch am Sonntag 87 weitere Covid-19-Todesopfer zu beklagen sind, verschickte das AMS offenbar auch noch ausgerechnet an eine arbeitssuchende Mitte-50-jährige Wienerin eine verpflichtende Stellenausschreibung zur Bewerbung als „Zahlkellnerin“ ab Anfang Dezember bis April. 

Im Internet herrscht große Verwunderung über den Zeitraum der Stellenanzeige (ab Anfang Dezember bis April). Immerhin steht zumindest noch eine Woche strenger Lockdown bevor, an das Aufsperren eines Après-Ski-Lokals im Dezember ist aufgrund der derzeitigen Infektionslage ohnehin nicht zu denken.

„Après-Ski wird es frühestens in einem Jahr wieder geben“
Die türkis-grüne Bundesregierung hatte zuletzt unmissverständlich klargemacht, dass Après-Ski wohl in der gesamten heurigen Wintersaison tabu bleibe. Warum das AMS trotz dieser klaren Position verpflichtende Bewerbungen für Après-Ski-Lokale verschickt, ist deshalb vollkommen unklar. In einem Zeitungsinterview sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Sonntag: „Was klar ist: Après-Ski wird es frühestens in einem Jahr wieder geben.“

Jobinserat am Sonntag auf Twitter gestellt
Ein User stellte das Jobinserat des AMS am Sonntag auf Twitter, nachdem er zunächst geschrieben hatte, dass seine Frau die Aufforderung zur Bewerbung in Tirol vom AMS erhalten hatte. Er kommentierte das zunächst mit den Worten: „Ich finde das irgendwie ... Ich sag besser nix.“

AMS-Chef schaltet sich in Debatte ein
Insgesamt habe seine Frau fünf ähnliche Bewerbungsaufforderungen erhalten, konkretisierte der Mann später in den Kommentaren, allerdings nicht alle für Après-Ski-Lokale, sondern generell in der aktuell nur für Abholung und Zustellung geöffneten Gastronomie. Mittlerweile schaltete sich auch AMS-Chef Johannes Kopf in die Twitter-Debatte ein. Überregionale Vermittlung von Jobs sei ein „dem AMS gegebenes Ziel“, schrieb er über die Bewerbungsaufforderung für die Wienerin in Tirol.

Das Jobinserat an sich kommentierte Kopf bislang jedoch nicht. Dem Journalisten Florian Bayer antwortete der AMS-Vorstand auf Twitter, dass er „offenbar Schwierigkeiten mit Zuständigkeiten“ habe. Welche Stellen zumutbar seien, regle der Gesetzgeber und unter welchen Bedingungen aufgesperrt werden dürfe, der Gesundheitsminister, so Kopf.

Seitdem posteten User auf Twitter weitere ähnliche Jobinserate mit Saisonstellen von Anfang Dezember bis April 2021. Unter anderem tauchte dabei die Frage auf, ob das Personal beim AMS „wo angerannt“ sei.

Martin Grob
Martin Grob
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