14.11.2020 14:29 |

Trauriger Spitzenplatz

Österreich hat weltweit die meisten Neuinfektionen

Trotz Teil-Lockdown steigen die Corona-Infektionszahlen in Österreich weiter rasant an. Laut Daten des Europäischen Zentrums für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) hat Österreich nun im Siebentagesschnitt Frankreich überholt und hinkt damit bei der Bekämpfung der Gesundheitskrise nicht nur deutlich hinterher, es ist nun auch global gesehen trauriger Spitzenreiter.

Einst von vielen als Musterschüler bei der Eindämmung der Pandemie beachtet, stößt das heimische Gesundheitssystem nun zunehmend an seine Kapazitätsgrenzen. Eine eklatant ansteigende Kurve an Neuinfektionen - mit 9586 neuen Fällen am Freitag - zeigt, dass die Verschärfungen der Maßnahmen Anfang November bislang offenbar nur sehr wenig Wirkung entfaltet haben.

Österreich nun Schlusslicht
Zur besseren Vergleichbarkeit setzt ECDC die Zahlen in Relation zur Einwohnerzahl der jeweiligen Länder. Gemessen an der Sieben-Tages-Inzidenz, die Infektionszahlen im Zeitraum von einer Woche erfasst, bildet Österreich seit 12. November sogar global gesehen das neue Schlusslicht bei den Neuinfektionen - und hält aktuell bei einem Wert von rund 860 Infektionen pro einer Million Einwohner (das entspricht 0,86 Prozent der Bevölkerung).

Im Zuge der ersten Welle hat sich gezeigt, dass die Zahl der Todesfälle mit oder an einer Covid-19-Erkrankung um rund zwei Wochen verzögert ansteigen - damit dürfte den Spitälern noch einiges bevorstehen. Sorge macht aber auch die Treffsicherheit der Teststrategie: Die Positivrate lag zuletzt bei nur 22 Prozent, was auf eine recht hohe Dunkelziffer an Infektionen rückschließen lässt.

Europa im Griff der zweiten Welle
Frankreich und Tschechien, die in der Wertung bislang weit voranlagen, konnten mittels drastischer Maßnahmen die Kurve recht schnell wieder absenken. Generell bereitet die zweite Corona-Welle derzeit aber in ganz Europa Probleme. So hat sich die Anzahl der bestätigten Infektionen innerhalb von nur dreieinhalb Wochen auf mehr als zehn Millionen verdoppelt. Im gesamten Pandemieverlauf bleiben die Hotspots derzeit Frankreich (1.922.504 Infektionen seit Ausbruch), Spanien (1.458.591) und Großbritannien (1.317.496).

Stephan Brodicky
Stephan Brodicky
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