10.11.2020 14:30 |

Unbekannte schlugen zu

Störaktion in Wien: Demo-Wagen ging in Flammen auf

Am Sonntag hatte in Wien-Josefstadt eine besorgniserregende Störaktion für Aufsehen gesorgt: Nicht einmal eine Woche nach dem furchtbaren Terroranschlag in der Innenstadt donnerten Gewehrsalven und Muezzin-Rufe aus den Lautsprechern eines Autos. Der Demo-Initiator hatte noch am selben Tag mitgeteilt, sein Protest sei gegen „Masseneinwanderung und Islamisierung“ gerichtet gewesen. Nun wurde auf das Demo-Fahrzeug offenbar ein Brandanschlag verübt.

Der Wagen des Veranstalters wurde offenbar von Unbekannten in Brand gesteckt. Der Klein-Lkw mit Ladefläche brannte fast völlig aus, wie Fotos zeigen, die auf Twitter die Runde machen. Die Polizei bestätigte einen Einsatz wegen eines brennenden Kfz. Ob der Brand tatsächlich gelegt wurde bzw. wer für die Brandstiftung verantwortlich ist, muss nun ermittelt werden.

Mit der Aktion am Sonntag, die polizeilich angemeldet war, habe ein ehemaliger Pegida-Sprecher gegen „Masseneinwandung und Islamisierung“ protestieren wollen. Allerdings hatte er gegenüber der Exekutive angegeben, lediglich Musik über die Lautsprecher abspielen zu wollen, dann aber unter anderem mit Schussgeräuschen für Wirbel und Angst im 8. Wiener Gemeindebezirk gesorgt. Dies wird nun ein juristisches Nachspiel haben.

Entschuldigung der Exekutive
Die Polizei, die den Demo-Wagen 40 Minuten lang eskortiert hatte und in der Kritik stand, das verstörende Treiben nicht sofort gestoppt zu haben, leitete Ermittlungen wegen des Verdachts der Verhetzung ein. Zudem entschuldigte sich die Exekutive via Twitter-Posting bei den Menschen, dass die Aktion „nicht unmittelbar unterbunden“ worden war.

Viele Anrainer waren geschockt und fürchteten angesichts der jüngsten Ereignisse rund um den Anschlag in der Wiener Innenstadt, dass es erneut zu einem ähnlichen Vorfall gekommen sei.

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