06.11.2020 06:00 |

Gastkommentar

Viel Asche, kein Phönix

Vorweg ein wenig Asche auf mein Haupt: Ich hatte an dieser Stelle bereits vor vier Wochen einen Sieg von Donald Trump prophezeit. Und ich irrte, wenn auch nicht ganz so gewaltig wie jene, die in den USA für Meinungsumfragen zuständig sind und sich hoffentlich zukünftig einer anderen Profession zuwenden. Was nehmen wir an ersten Erkenntnissen aus den langen Wahlnächten mit?

Erstens: Die USA werden Trump nicht so schnell los. Denn es kam, wie es kommen musste. Donald Trump rief sich vorschnell zum Sieger aus, brachte mehrere Klagen ein und wird seine Abwahl bis zum Supreme Court bekämpfen, wo er zuletzt noch die ultrakonservative Höchstrichterin Amy Coney Barrett platzierte, um das 6:3-Übergewicht zugunsten seiner Republikaner zu zementieren.

Zweitens: Die USA bleiben ein Pulverfass. Das zeigte sich am Beispiel Maricopa, wo sich vor dem County Elections Department Proteste bewaffneter Trump-Anhänger entzündeten, nachdem ausgerechnet der Trump-Propaganda-Sender Fox Joe Biden vorzeitig zum Sieger in Arizona erklärt hatte.

Drittens: Corona hat die Wahl beeinflusst. Und zwar entscheidend. Denn Trump konnte bis vor dem Ausbruch der Pandemie mit guten Wirtschaftsdaten und Millionen neuen Arbeitsplätzen glänzen. Doch die Inszenierung, nach der eigenen Covid-19-Erkrankung wie Phönix aus der Asche zu steigen, ging nicht auf. Die USA verzeichnen, wie viele Staaten Europas, jetzt Höchstwerte an Corona-Neuerkrankungen.

De facto kann sich kein Land Lockdowns leisten. Das ist das wahre Problem. Egal, wer Präsident ist.

Christian Baha, Kronen Zeitung (Gastkommentar)

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