02.11.2020 11:54 |

Politikerranking

Medienpräsenz in Österreich: Trump hängt Kurz ab

Eine aktuelle Auswertung von APA-Comm, die anlässlich der US-Wahlen die mediale Präsenz von Staats- und Regierungschefs in 15 österreichischen Tageszeitungen analysierte, weist Donald Trump als den medial meistgenannten Politiker der vergangenen vier Jahre aus. Der US-Präsident führt das Ranking mit 73.129 Beiträgen an. Bundeskanzler Sebastian Kurz (71.287 Beiträge) und Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel (23.942 Beiträge) folgen auf den Plätzen zwei und drei.

Eine Mauer zu Mexiko, Handelskriege mit China, Auftritte mit Nordkoreas Diktator, Desinfektionsmittel gegen Corona - das sind nur einige der Themen, mit denen Trump für Schlagzeilen sorgte. Im Zeitraum von Oktober 2016 bis Oktober 2020 verzeichnet der US-Präsident insgesamt 73.129 Beiträge in österreichischen Tageszeitungen.

Das Ranking: 

Rund 50 Trump-Artikel pro Tag
Pro Tag entspricht dies rund 50 Artikeln mit mindestens einer namentlichen Erwähnung. Auch bei den Intensitätswerten der Berichterstattung liegt der US-Präsident vorn: „Trump ist nicht nur Österreichs meistgenannter Politiker, sondern auch jener mit der häufigsten Headline-Präsenz“, betont Manuel Kerzner, Medienanalyst bei APA-Comm.

Trump zieht seinen Vorgängern davon
Dass dieses Ergebnis selbst für den „mächtigsten Mann der Welt“ ein außergewöhnliches ist, zeigt der direkte Vergleich mit Trumps Vorgängern. Während seiner ersten Amtsperiode verzeichnet beispielsweise Georg W. Bush nur 55 Prozent der Beitragsanzahl von Trump, Barack Obama kommt in seinen ersten vier Jahren auf weniger als die Hälfte.

Allerdings zeigt die neue Analyse auch Anzeichen für ein Abklingen der medialen Trump-Mania. In einer Analyse der ersten Hälfte seiner Amtszeit (Oktober 2016 bis Oktober 2018) war Trump nämlich auf 43.236 Beiträge in den österreichischen Zeitungen gekommen, was einem Durchschnittswert von 60 pro Tag entsprach. Kurz lag in diesem Zwei-Jahres-Zeitraum mit 33.939 Beiträgen noch deutlich hinter Trump.

Die Top Ten der meistgenannten Staats- und Regierungschefs in den österreichischen Tageszeitungen komplettieren der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan (14.098), der britische Premier Boris Johnson (9435), der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán (7720), der chinesische Staats- und Parteichef Xi Jinping (3523) sowie der italienische Ministerpräsident Giuseppe Conte (2778).

Kein EU-Spitzenpolitiker im Spitzenfeld
Dass es kein EU-Spitzenpolitiker in die Topränge geschafft hat, liegt am Ende 2019 erfolgten Wechsel in den Brüsseler Chefetagen. Der vor einem Jahr aus dem Amt geschiedene frühere EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hatte es nämlich schon in der Zwei-Jahres-Auswertung von 2016 bis 2018 auf 5150 Nennungen gebracht, mehr als Xi und Conte im vierjährigen Zeitraum. Conte regiert allerdings erst seit Juni 2018, der britische Premier Boris Johnson seit Juli 2019.

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