29.10.2020 15:48 |

Großbrand in Anstalt

Justizwache als Lebensretter: Medaillen verliehen

Als am 2. Februar dieses Jahres plötzlich dichter Rauch aus einer Zelle in der Justizanstalt Wien-Mittersteig drang, mussten vier Beamte rasch handeln. Ohne auf sich selbst zu achten, retteten sie 64 Personen (unter ihnen 49 Insassen) das Leben. Nun wurden sie mit der „Goldenen Medaille am Roten Bande“ geehrt.

Es waren nur acht Minuten. Doch diese acht Minuten reichten dem Quartett Wolfgang Formanek, Johannes Schirnhofer, Christoph Schuch und Thomas Haftner aus, um insgesamt 64 Leben zu retten.

2. Februar, 18 Uhr: Im zweiten Stock der Haftanstalt bricht ein Feuer aus. Obwohl die vier Inspektoren über keinerlei Atemschutz oder Schutzkleidung verfügen, beginnen sie, den Brand zu bekämpfen. 49 Häftlinge und 15 Kollegen geleiten sie sicher ins Freie. Die Feuerwehr konnte sich danach auf die Brandbekämpfung konzentrieren.

Lob für „vorbildlichen Einsatz“
Am Donnerstag wurden die Beamten als erste Justizwachebeamte überhaupt mit der Goldenen Medaille für besondere Verdienste um die Republik geehrt - durch Justizministerin Alma Zadic (Grüne) höchstpersönlich. Sie lobte den „vorbildlichen Einsatz“ für Mitmenschen und den Mut, das eigene Leben aufs Spiel zu setzen, um andere zu retten.

Künftig soll dem Thema Brandschutz in Haftanstalten übrigens noch mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden. Sowohl bei der Ausrüstung (beispielsweise Pressluftatmern) als auch was Fortbildungen für Justizwachebeamte betrifft. Um ein Horror-Szenario wie in Wien-Mittersteig nach Möglichkeit zu verhindern.

Stefan Steinkogler, Kronen Zeitung

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