28.10.2020 20:40 |

„Schwächste schützen“

Frankreich: Auch Macron kündigt neuen Lockdown an

Nach den Deutschen müssen sich nun auch die Franzosen auf neue Einschränkungen des öffentlichen Lebens einstellen. Präsident Emmanuel Macron hat in einer Rede am Mittwoch erklärt, dass ab Freitag ein neuerlicher Lockdown über das Land verhängt wird, um die Verbreitung der Pandemie zu verhindern. „Meine Verantwortung besteht darin, das gesamte französische Volk zu schützen. Trotz der Kontroverse, trotz der Schwierigkeit der zu treffenden Entscheidungen. Ich übernehme diese Verantwortung voll und ganz“, so Macron. 

Außerdem gab er bekannt, dass Reisen zwischen Regionen verboten werden sollen. Die Bevölkerung wird ersucht, von zu Hause aus zu arbeiten. Schulen sollen geöffnet bleiben, Bars und Lokale müssen schließen. Universitäten wurden aufgefordert, auf E-Learning umzustellen. Die Restriktionen sollen vorerst bis Dezember gelten.

Präsident übernimmt Verantwortung
„Meine Verantwortung besteht darin, das gesamte französische Volk zu schützen. Trotz der Kontroverse, trotz der Schwierigkeit der zu treffenden Entscheidungen. Ich übernehme diese Verantwortung voll und ganz“, so Macron auf Twitter. 

„Wir müssen die Ältesten, die Schwächsten schützen, diejenigen, die an Diabetes, Adipositas und chronischen Krankheiten leiden und die ersten Opfer von Covid-19 sind.“ „Frankreich wird niemals Hunderttausende seiner Bürger sterben lassen, das sind nicht unsere Werte“, so Macron weiter.

„Überrannt von einer zweiten Welle“
Die Lage im Land sei dramatisch: „Das Virus breitet sich mit einer Geschwindigkeit aus, die nicht einmal die pessimistischsten Prognosen vorhergesagt haben“, so das Staatsoberhaupt. Frankreich befinde sich dabei in derselben Situation wie die Nachbarländer: „Überrannt von einer zweiten Welle, von der wir wissen, dass sie härter, tödlicher sein wird als die erste.“ Frankreich werde „von der Beschleunigung der Epidemie überrollt“.

Die neuen Einschränkungen treffen die rund 67 Millionen Franzosen nicht unerwartet. Regierungssprecher Gabriel Attal hatte bereits vor der Rede des Staatschefs eine „neue Etappe“ in Aussicht gestellt. Bisher gilt eine nächtliche Ausgangssperre für rund zwei Drittel der Einwohner, also rund 46 Millionen Menschen. Die Corona-Lage verschlechtert sich in dem Land seit Wochen dramatisch.

Zuvor am Tage hatte Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel einen zweiten Lockdown, der ab kommenden Montag gelten soll, beschlossen. Diese Notbremsung soll die dramatisch hohen Infektionszahlen wieder unter Kontrolle bringen. Merkel telefonierte am Mittwoch mit ihrem österreichischen Amtskollegen Sebastian Kurz, um sich im Kampf gegen die Corona-Pandemie enger abzustimmen.

Mara Tremschnig
Mara Tremschnig
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