Bedroht gefühlt

Betrunkener warf „Wächter der Zeit“ in die Donau

Die „Wächter der Zeit“ vom Mühlviertler Künstler Manfred Kielnhofer sind nicht bei jedermann beliebt. Besonders sauer aufgestoßen dürfte der Anblick der umstrittenen Skulpturen einem Linzer (45) haben: Er beschädigte acht der Figuren an der Linzer Donaulände, warf zwei ins Wasser. Der Schaden ist laut dem Künstler enorm.

Ob den laut Polizei merklich alkoholisierten Linzer (45) einfach die Zerstörungswut gepackt hatte, oder ob er auch nüchtern kein Freund der „Wächter der Zeit“ ist, ist unklar. Zeugen beobachteten den Mann, als er am Freitag um 19.15 Uhr hinter die Absperrung auf der Linzer Donaulände kletterte und zwei der Skulpturen einfach ins Wasser warf. Die Flucht war nur von kurzer Dauer - herbeigerufene Polizisten konnten den Verdächtigen auf der Baustelle der Eisenbahnbrücke rasch anhalten.

Er gab sofort alles zu, erzählte den Polizisten, dass er sich von den Figuren bedroht gefühlt habe. Zu diesem Zeitpunkt sah man einen 2,20 Meter großen Wächter noch kopfüber im Wasser treiben. Die Feuerwehr rückte aus und zog die 80 Kilogramm schwere Skulptur mit einer Seilwinde aus der Donau.

Hoher Sachschaden
Künstler Kielnhofer dazu: „Ich hab insgesamt zehn Figuren an der Donau stehen. Der Täter hat zwei davon ins Wasser geworfen und die restlichen beschädigt. Die sind insgesamt 65.000 Euro wert.“ Der sogenannte Kantenhocker ist noch immer in der Donau verschollen, er kostet 5000 Euro.

Schon im Juli sorgten die „Wächter der Zeit“ in der Steyrer Kunstszene für Empörung, als sie am Hauptplatz aufgestellt wurden. Nicht jedermann ist Freund dieser Werke. Ende September wurden sie wieder weggebracht.

Lisa Stockhammer
Lisa Stockhammer
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Mittwoch, 02. Dezember 2020
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