08.10.2020 07:15 |

Lacher bei TV-Duell

Fliege auf Trump-Vize Pence belustigt das Netz

Eine Fliege, die während der TV-Debatte zwischen US-Vizepräsident Mike Pence und der demokratischen Kandidatin für das Amt, Kamala Harris, auf dem silbernen Haar von Pence landete (siehe Video oben), hat dem Duo kurzzeitig die Show gestohlen. Rund zwei Minuten blieb die Fliege - für die Fernsehzuschauer gut sichtbar - in aller Ruhe auf dem Kopf von Pence sitzen. Dieser und Harris ließen sich bei der Debatte in der Nacht auf Donnerstag aber von dem Insekt nicht aus dem Konzept bringen.

„Die Fliege, die ganze zwei Minuten lang auf dem Kopf von Pence saß, ist vielleicht der Teil des Abends, an den man sich am besten erinnern wird“, schrieb der Journalist Nate Silver von der Website FiveThirtyEight.

In den sozialen Netzwerken brach Erheiterung aus. Die User übertrafen sich gegenseitig mit Wortspielen und feierten die Fliege als die wahre Heldin des Abends. Ein neues Twitter-Konto mit dem Namen MikePenceFly (Mike Pence Fliege) hatte schnell Zehntausende Follower. Manche bezeichneten die Fliege als „den klaren Sieger des TV-Duells“.

Von „Fly will vote“ zu „I will vote“
Das Team des Präsidentschaftskandidaten der Demokraten, Joe Biden, instrumentalisierte die Fliege umgehend für seinen und Harris‘ Wahlkampf. Er verbreitete auf Twitter einen Link zu einer Website mit der Adresse flywillvote.com (auf Deutsch in etwa: Die Fliege wird wählen), die zur Seite iwillvote.com weiterleitet (Ich werde wählen). Dort werden Wahlberechtigte zur Stimmabgabe aufgefordert.

Biden reagiert mit Wahlkampf-Fliegenklatsche
Trumps Herausforderer selbst reagierte umgehend und veröffentlichte einen Tweet mit einem Bild von sich mit einer Fliegenklatsche, in dem Unterstützer um eine Spende in Höhe von fünf Dollar (umgerechnet vier Euro) gebeten werden.

Gelsen, Enten & andere Plagen auch in Österreich
Auch in Österreich passiert es hin und wieder, dass lästige Insekten oder das Wetter oder andere äußere Einflüsse den Protagonisten die Show stehen. Heuer waren es eine Gelse beim ORF-„Sommergespräch“ von Bundeskanzler Sebastian Kurz. Auch der ehemalige Kanzler Wolfgang Schüssel (ÖVP) hatte 2002 in Purbach am Neusiedler See mit Gelsen zu kämpfen. „In der Maske haben sie mir so ein Schutzmittel draufgeschmiert, und dadurch habe ich ein wenig gekünstelt gewirkt“, sagte Schüssel später. Hauptsache, man hat vorher über die Sessel 48 Stunden lang diskutiert.

Peking zensierte CNN-Übertragung
China unterdessen sorgte für Aufsehen, weil die Ausstrahlung der TV-Debatte zwischen Pence und Harris an heikler Stelle unterbrochen wurde. Als es um den Umgang mit dem Ausbruch des Coronavirus ging, der bekanntlich in China seinen Anfang genommen hatte, riss die Übertragung des US-Nachrichtensenders CNN abrupt ab. Als Pence am Donnerstagmorgen Pekinger Zeit seine Kritik an der Volksrepublik mit den Worten „China ist schuld, dass ...“ begann, blieb plötzlich der Ton weg und ein Testbild mit den Worten „Kein Signal - bitte warten“ erschien. Die Übertragung wurde erst wieder fortgesetzt, als das Gesprächsthema der TV-Debatte wechselte.

Die chinesische Zensur greift routinemäßig zu solchen Blockaden des US-Senders, wenn es um Vorwürfe gegen China und kritische Berichterstattung aus der Volksrepublik geht. Früher wurde der Bildschirm nur schwarz, doch seit einigen Monaten erscheint das Testbild mit dem Hinweis auf einen angeblichen Verlust der Verbindung. CNN kann in China allerdings ohnehin nur in Wohnanlagen, in denen auch Ausländer wohnen, sowie in internationalen Hotels, ausgesuchten Regierungsbehörden und akademischen Institutionen gesehen werden.

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