06.10.2020 13:18 |

„Unmenschlich“

Corona: 400.000 Seeleute sitzen seit Monaten fest

17 Monate oder sogar mehr auf Hoher See ohne dazwischen einmal die Füße an Land vertreten zu können - viele Seeleute sind seit Beginn der Pandemie auf Container- und anderen Frachtschiffen gefangen und dürfen diese nicht verlassen. Das UN-Büro für Menschenrechte machte nun auf das unmenschliche Schicksal dieser Berufsgruppe aufmerksam.

Rund 400.000 Seeleute dürfen wegen der Corona-Reiserestriktionen nicht an Land kommen und sind teilweise seit 17 oder mehr Monaten auf See. Die seelische Gesundheit der Menschen würde beeinträchtigt, ebenso wie die Menschenrechte auf Bewegungsfreiheit und das Recht auf ein Familienleben, warnte nun die Organisation.

Regierungen und Unternehmen sollen Druck machen
Internationale Arbeitsstandards erlauben einen ununterbrochenen Aufenthalt an Bord von höchstens elf Monaten. Das Büro appellierte an alle Regierungen, Lösungen zu finden. Es rief auch die Unternehmen weltweit, die mit der Schiffsfracht Geschäfte machen, auf, Druck zu machen. Das betreffe 90 Prozent des Welthandels.

Betroffen seien Seeleute auf Container- und anderen Frachtschiffen, aber auch auf Fischkuttern sowie Öl- und Gasplattformen. Gewerkschaften hätten vorgeschlagen, diese Seeleute als „Schlüsselarbeiter“ zu deklarieren, für die weniger strikte Reisebeschränkungen gelten. Abgesehen von den festsitzenden Seeleuten dürften mangels Crew-Rotation auch an Land rund 400.000 Seeleute sein, die nicht zu ihren Arbeitsplätzen kommen und folglich kein Geld verdienen können.

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