05.10.2010 14:45 |

Ab 30. Oktober

Neues Ambiente für die Sammlung Friedrichshof

In neuem Ambiente werden Kunstinteressierte ab 30. Oktober in der Sammlung Friedrichshof in Zurndorf (Bezirk Neusiedl) erwartet – Architekt Adolf Krischanitz hat die Ausstellungsräume neu gestaltet. Künftig soll darin ein Querschnitt von Arbeiten der Wiener Aktionisten Günter Brus, Hermann Nitsch, Otto Muehl und Rudolf Schwarzkogler als Kernstück präsentiert werden. Die Eröffnung markiert auch den Beginn von Wechselausstellungen: Als erster Künstler zeigt der US-Amerikaner Paul McCarthy eine umfangreiche Videoinstallation.

Der Besucher betritt durch ein gläsernes Entree, flankiert von massiv wirkenden, X-förmig angeordneten Holzträgern, das Foyer. Dieses lässt die drei hellen, an der Decke von Neon-Lichtbändern eingefassten Schauräume optisch noch geräumiger und höher als die tatsächlichen viereinhalb Meter wirken. "Zur linken Hand des Betrachters wird in zwei Räumen künftig die Sammlung präsentiert", erläuterte Hubert Klocker, Leiter der Sammlung Friedrichshof am Dienstag. Im rechten Raum, im Foyer und in einem Screening-Raum sollen im Frühjahr und im Herbst Ausstellungen internationaler Künstler gezeigt werden.

Fokus auf multimediale und intermediale Kunst
Dabei wolle man sich auf experimentelle, zeitgenössische oder jüngere Positionen konzentrieren, wahrscheinlich mit einem starken Fokus auf multimediale und intermediale Kunst. "Es wird ein internationales Programm sein, McCarthy ist sicher ein spektakulärer Beginn in dem Kontext", so Klocker. Der Künstler beginnt am 25. Oktober mit der Einrichtung seiner Installation, die aus rund einem Dutzend Video-Beamern besteht und erstmals in Österreich gezeigt wird. Im Lauf dieser Woche soll mit dem Aufhängen der Exponate aus der Sammlung begonnen werden.

Die neuen Räumlichkeiten spielen "alle Stückerl", schwärmte der Sammlungsleiter. In Seitenwänden befinden sich zum Beispiel Hohlräume, in denen großformatige, für den Transport unhandliche Bilder zwischengelagert werden können. Die einzelnen Säle lassen sich mit mächtigen Türen verschließen, die mittels Elektromagneten in ihrer Position gehalten werden. Ein Infoscreen im Eingangsbereich soll dem eintretenden Besucher kurze Vorabinformationen liefern.

"Wir können gar nicht alles zeigen"
In der ständigen Sammlung, die sich über 400 bis 450 Quadratmeter erstrecken soll, werden an die 40 bis 50 Einzelstücke zu sehen sein. Dazu kommen weiters relativ umfangreiche Fotoserien zu einzelnen Aktionen, erläuterte Klocker das Konzept. Die tatsächlichen Bestände gingen über das, was ausgestellt wird, hinaus: "Wir können gar nicht alles zeigen. Insofern wird es in der ständigen Präsentation zu der einen oder anderen Veränderung kommen." Zudem will man auch in Zukunft weiterhin Leihgaben an andere Museen geben.

Die Sammlung Friedrichshof, deren Aufbau noch zu Zeiten der Kommune begann, hat mittlerweile eine 30-jährige Geschichte: "Es ist aber immer eine Kernsammlung von frühen Arbeiten der Wiener Aktionisten zwischen 1958 und Anfang der 70er-Jahre geblieben." Sie gehört, sowohl vom Umfang als auch von der Qualität der Arbeiten, heute "zu den größten Sammlungen des Wiener Aktionismus", so Klocker.

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