In Linz

Hochzeitsgast hatte Corona „als Präsent“ dabei

In Linz sorgt derzeit eine türkische Trauung für Wirbel! Der Krisenstab des Landes spricht von einem illegalem Fest. Offiziell sollen 120 Besucher dort gewesen sein, inoffiziell spricht man aber von bis zu 400 Gästen. Einer der Hochzeitsgäste hatte von der bereits bekannten Mega-Heirat in Niederösterreich das Virus mitgebracht...

Nach Niederösterreich hat jetzt auch Oberösterreich, genauer gesagt Linz, einen Riesenwirbel um eine große Türken-Hochzeit, bei der nachweislich zumindest ein Gast war, der mit Corona infiziert ist. Und der dürfte das Virus bei der inzwischen allseits bekannten türkischen Vermählung von Schrems (NÖ) eingefangen haben, wo bis zu 700 Gäste feierten, darunter 47 aus Oberösterreich und zumindest 15 Feiernde waren Covid-19-positiv. Auch zumindest ein Oberösterreicher – der im Bezirk Freistadt lebende türkischstämmige Mühlviertler soll dann auch die Hochzeit am vergangenen Samstag im Palais Kaufmännischer Verein in Linz besucht haben.

Keine Genehmigung der Stadt Linz
„Wir wissen genau,wo der Gast saß. Wir haben alle Namen aufgeschrieben und die Gästeliste an den Krisenstab übermittelt“, sagt Gerhard Zellinger, Chef des Palais KV. „Es waren 160 Gäste geladen, gekommen sind 120 und zum Zeitpunkt der Hochzeit galten noch die Lockerungsbestimmungen mit bis zu 200 Gästen. Wir haben das durch einen Anwalt und die Behörde überprüfen lassen.“ Beim Krisenstab ist man da anderer Meinung: „Es wären nur 50 Besucher erlaubt gewesen! Die Feier war illegal.“ Seitens der Stadt Linz heißt es, dass es keine Genehmigung gegeben habe. Dass nur 120 Gäste gekommen seien, wird von Insidern unter der Hand dementiert: Bis zu 400 Gäste hätten dem Brautpaar – das mit dem Krisenstab nicht kooperiert – gratuliert.

„Bei jedem Gast Fieber gemessen“
„Wir haben ein strenges Präventions-Konzept, haben beim Eingang bei jedem Gast Fieber gemessen und extra Leute abgestellt, damit sie darauf achten, dass der Mindestabstand und alle Vorschriften eingehalten werden“, sagt Zellinger, der heuer wegen der zahlreichen Ball- und Veranstaltungsabsagen um jedes Event froh ist, das im Palais durchgeführt werden kann. „Wir können uns gar nicht erlauben, dass hier zu viele Leute kommen.“ Die Feier zum Auszug der Braut aus der Familie, die am Vorabend der Hochzeit mit rund 90 Frauen stattfand, sei sogar von der Polizei kontrolliert und „abgesegnet“ worden.

Aufruf an Feiernde, sich bei Behörden zu melden
Inzwischen hat der Krisenstab des Landes einen Aufruf gestartet, dass sich Besucher der Hochzeit vom vergangenen Samstag melden sollen, damit das Kontakt-Management greift. Denn laut Behörde ist die „handschriftliche Gästeliste unvollständig“. Ob es zu Ansteckungen kam, ist unklar.

Markus Schütz
Markus Schütz
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Samstag, 31. Oktober 2020
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