18.09.2020 17:48 |

Alarmierende Zahlen

Covid-Neuinfektionen in EU steigen zum Teil rasant

Vor rund einem Monat hat die EU-Krankheitsbekämpfungsbehörde (ECDC) „ein echtes Wiederaufleben an Fällen“ registriert. Seitdem steigen die Covid-19-Neuinfektionen nahezu in ganz Europa an. Während die Lage in Österreich als beunruhigend bezeichnet werden kann, scheint jene in Spanien nahezu dramatisch, wie die Zahl der Krankheitsfälle zeigt. Relativ stabil bleiben die Todesraten und Krankenhausaufenthalte.

Nimmt man die Infektionen der vergangenen 14 Tage (die sogenannte 14-Tage-Inzidenz) je 100.000 Einwohner als Maßstab, liegt Spanien mit 287 Fällen (Stand: 17. September) schon relativ weit vor Frankreich, das mit 167 an zweiter Stelle innerhalb Europas folgt. Den drittgrößten Wert hat Österreichs Nachbarland Tschechien, wo man inzwischen bei 143 liegt.

Österreich liegt in EU nur im Mittelfeld
Dass diese Zahlen als sehr beunruhigend zu bezeichnen sind, zeigt der Umstand, dass viele Experten schon einen Wert von 20 oder 25 als kritische Schwelle ansehen. Österreich liegt inzwischen mit 82 Fällen bereits im EU-Mittelfeld und hat damit auch Kroatien (81) überholt. Rumänien und Ungarn (je 88), die Niederlande (83) und Belgien (81) liegen aufgrund der ECDC-Zahlen ebenfalls in diesem Bereich.

Zum Vergleich: Am 25. August, ein halbes Jahr nach dem ersten Coronavirus-Fall in Österreich, lag die 14-Tage-Inzidenz noch bei 39 und hat sich seither also verdoppelt. Schweden fällt im Ländervergleich hier aus dem Rahmen und konnte sich von 37 auf 29 Fälle verbessern.

Hospitalisierungen und Sterberaten noch stabil
Österreich gehört zu den neun Ländern im europäischen Raum, bei denen ein Anstieg bei den Krankenhausaufenthalten aufgrund von Covid-19 registriert worden ist. Beruhigender ist hingegen die Sterblichkeitsrate auf 14 Tage für den europäischen Raum, die seit fast zweieinhalb Monaten stabil bleibt.

ECDC sieht vorerst noch keine „zweite Welle“
Von einer „zweiten Welle“, vor der Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) erst vor einigen Tagen gewarnt hat, würde man erst sprechen, wenn die mit Covid-19 verbundene Morbidität (also das Verhältnis der Zahl der Erkrankten zu derjenigen der gesamten lebenden Bevölkerung, Anm.) ebenfalls allgemein wieder steigen würde. Jedoch wird seitens der ECDC erwartet, dass aufgrund der Prognosen Krankenhausaufenthalts- und Sterblichkeitsraten vorerst weitgehend konstant bleiben.

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