16.09.2020 14:04 |

Problem urbaner Räume

Ludwig: Reisewarnung wäre „keine Besonderheit“

Wegen der hohen Anzahl an Corona-Infektionen soll Deutschland Wien angeblich demnächst zum Risikogebiet erklären - der Bürgermeister der Bundeshauptstadt sieht darin allerdings „keine Besonderheit“. Andere große Städte in Europa hätten schließlich mit ähnlichen Problemen zu kämpfen, betonte Michael Ludwig (SPÖ). In Berlin wollte man eine mögliche Reisewarnung für Wien vorerst noch nicht bestätigen. Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP) sprach sich indessen für regionale Reisewarnungen aus. Er würde ungern in eine Situation kommen, wo wieder ganze Staaten auf Roten Listen seien, sagte er nach dem Ministerrat.

Auch wenn Insider bereits seit Tagen munkeln, dass Wien auf die Rote Liste gesetzt werde, wollte das ein Pressesprecher des deutschen Außenministeriums am Mittwochvormittag noch nicht bestätigen. „Die Äußerungen unserer Sprecherin Maria Adebahr zur Lage in Österreich von Montag dieser Woche bleiben weiterhin gültig“, hieß es. Abebahr hatte damals gemeint, sie habe „hier heute keine Reisewarnung für Österreich anzukündigen“. Die Fallzahlen habe man allerdings genau im Blick - man sei sich bewusst, dass diese im Steigen begriffen sind.

Ludwig fordert europaweite Lösung
Ludwig hielt den Ball flach: „Es ist eine Entwicklung, die ganz Europa, vor allem die urbanen Räume, trifft. Das gilt ja schon für andere europäische Großstädte wie Brüssel, Paris, Prag, Genf - überall dort, wo es natürlich auch größere Menschenansammlungen gibt“, zeigte sich Wiens Stadtchef unbesorgt. „Und von daher wird man sich europaweit gemeinsam überlegen müssen, wie man mit der Situation umgeht.“

Bürgermeister hält Wien für „gut vorbereitet“
„Im Vergleich zu anderen Millionenstädten sind wir sehr gut vorbereitet, insbesondere was das Gesundheitswesen betrifft“, ist Ludwig überzeugt. Dennoch sprach die Schweiz bereits eine Reisewarnung für die Bundeshauptstadt aus - insgesamt wurden bei unseren westlichen Nachbarn 50 Länder und Gebiete auf die Rote Liste gesetzt.

Außenminister Schallenberg ist indessen eigenen Angaben zufolge noch nicht offiziell über die Pläne Deutschlands, für Wien eine Reisewarnung zu verhängen, informiert. Er erwarte entsprechende Informationen noch am Mittwoch, sagte er im Anschluss an den Ministerrat. Letztlich werde die internationale Bewertung von Österreich selbst abhängen, appellierte Schallenberg, Sicherheitsmaßnahmen einzuhalten. Dieselben Probleme hätten wegen der steigenden Infektionszahlen auch Länder wie Tschechien.

Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) sagte am Rande des Ministerrats unter Verweis auf die Medienberichte zur deutschen Reisewarnung, dass die wirtschaftliche Situation katastrophal sei und es werde nicht leichter.

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