11.09.2020 15:09 |

Reisewarnung ab Montag

Corona: Schweiz stuft Wien als Risikogebiet ein

Das Bundesamt für Gesundheit in der Schweiz setzt Wien jetzt auf die Corona-Risikoliste. Insgesamt setzten unsere westlichen Nachbarn neun französische Regionen, darunter Paris, Korsika und die Cote d‘Azur, und die österreichische Bundeshauptstadt Wien auf die Quarantäneliste, wie der Gesundheitsminister Alain Berset bei einer Pressekonferenz am Freitagnachmittag bekannt gab.

Der Schweizer Gesundheitsminister Berset gab im Rahmen einer Pressekonferenz bekannt, dass aufgrund der aktuellen Corona-Situation schärfere Maßnahmen in Kraft treten sollen. Da in manchen europäischen Ländern - etwa Spanien oder Frankreich - die Fallzahlen rasch steigen würden, wie Berset erklärte, habe sich der Bundesrat für eine Regionallösung entschieden. Die Schweiz setzt demnach neben Wien auch insgesamt neun französische Regionen auf die Risikoliste. Die aktualisierte Liste tritt am kommenden Montag den 14. September in Kraft.

Alle offiziellen Informationen zu den Schweizer Corona-Maßnahmen finden Sie hier.

Bei der Pressekonferenz nach dem epidemiologischen Sinn einer solchen Regionallösung gefragt, erklärte der Minister, es sei dem Bundesrat einfach ein Anliegen, „nicht alles zu blockieren“. Wien und die betroffenen französischen Regionen seien Gebiete, in denen gelebt werde, so Berset. Es gehe seinen Worten zufolge nicht darum, jetzt alles wieder zu schließen, sondern vielmehr darum, „eine Möglichkeit zu finden, mit dem Virus zu leben“. Wichtig sei, unnötige Reisen zu verhindern.

Schweizer Risikoliste umfasst 50 Länder und Gebiete
Die aktuelle Schweizer Risikoliste umfasst mehr als 50 Länder und Gebiete. Der Rest Österreichs ist nicht von der Maßnahme betroffen. Die Schweiz setzt bei den Nachbarländern nur mehr Regionen, nicht aber das ganze Land auf die Risikoliste des Bundesamts für Gesundheit. Das geschieht dann, wenn die Corona-Fallzahlen über dem Grenzwert von 60 Neuinfektionen pro 100.000 Personen liegen, wenn verlässliche Informationen fehlen oder wenn aus den Regionen wiederholt infizierte Personen in die Schweiz eingereist sind. In Wien wurden zuletzt mehr als 80 neue Fälle pro 100.000 Einwohnern verzeichnet.

Einreisende aus Grenzregionen - etwas in Vorarlberg und Tirol - sind aber generell von der Quarantänepflicht ausgenommen, auch wenn die Corona-Fallzahlen ansteigen sollen. Das hat der Schweizer Bundesrat am Freitag beschlossen. Auch in der Schweiz steigt seit Mitte Juni die Zahl der Corona-Fälle wieder kontinuierlich an. Insgesamt verzeichnete das Nachbarland, das ähnlich viele Einwohner hat, bisher mehr Corona-Infektionen und Tote als Österreich. Nach den Aufzeichnungen der Universität Johns Hopkins in Baltimore wurden rund 46.000 Infektionen und 2.000 Tote gemeldet.

Slowakei will Österreich auf rote Liste setzen
Die Slowakei könnte indessen ganz Österreich und auch Tschechien auf die rote Liste der Corona-Risikoländer setzen. So lautet die Empfehlung des slowakischen Expertenrates. „Es gibt die Befürchtung, dass Österreich und Tschechien zu roten Ländern erklärt werden könnten“, bestätigte der Staatssekretär des slowakischen Außenressorts Martin Klus dem Sender TA3. Für Reisende aus roten Ländern gilt in der Slowakei Quarantänepflicht. Die definitive Entscheidung soll aber erst nach Tagungen der Pandemie-Kommission sowie in Anschluss des Krisenstabes der Slowakei fallen, die für Freitag und Montag nächster Woche angesetzt sind, fügte er hinzu.

In beiden Gremien müsse noch diskutiert werden, wie in diesem Fall das Grenzregime aussehen sollte. „Ich persönlich kann mir nicht vorstellen, dass wir Bürger, die die österreichisch-slowakische oder die tschechisch-slowakische Grenze überqueren, in Quarantäne schicken“, betonte Klus.

Slowakei könnte Grenzübertritt „markant erschweren“
Eine Möglichkeit wäre Einreisen von Personen zu akzeptieren, die einen negativen Covid-19-Test nicht älter als 72 Stunden vorweisen könnten. Eventuell könnte es erneut „breite Ausnahmen“ für kritische Infrastruktur, Ärzte und Pflegepersonal geben. Dies würde aber unausweichlich Beschwerden anderer Berufsgruppen nach sich ziehen, dass sie wie Bürger zweiter Kategorie behandelt werden. In jedem Fall würde die Slowakei laut Klus die Grenzen zu ihren Nachbarn nicht nach Vorbild Ungarns komplett sperren, nur den Grenzübertritt markant erschweren.

Österreich, Tschechien und die Slowakei hatten dabei erst am Mittwoch dieser Woche vereinbart künftig in der Corona-Krise mehr zu kooperieren. Man müsse alles dafür tun, damit die Grenzen zwischen den Nachbarländern offen bleiben, erklärte der slowakische Premier Igor Matovic nach einem Treffen mit Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und dem tschechischen Ministerpräsidenten Andrej Babis in Wien.

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