11.09.2020 14:20 |

Rentier erschossen

„Zombie-Krankheit“ wieder in Norwegen aufgetaucht

Nach mehr als zwei Jahren ist in Norwegen wieder ein Fall der Prionenerkrankung Chronic Wasting Disease (CWD), auch Zombie-Krankheit genannt, bei einem Rentier festgestellt worden. Das betroffene Tier in der Hochebene Hardangervidda war von einem Jäger geschossen worden.

„Das ist der erste Fall von CWD in Norwegen seit dem Winter 2017/2018“, sagte ein Sprecher der Lebensmittelaufsicht am Freitag. Wie und wo sich das Tier infiziert habe, sei unklar. Die Krankheit greift das zentrale Nervensystem an, was dazu führt, dass infizierte Tiere immer ausgezehrter und schlapper werden. Deshalb wird die Erkrankung auch „Zombie-Krankheit“ genannt. Von einer Übertragung auf Menschen oder Haustiere ist bisher nichts bekannt.

Bei erstem Ausbruch wurde gesamte Herde getötet
2016 war die Krankheit zum ersten Mal bei einem wildlebenden Rentier in der Region Nordfjella festgestellt worden. Es war der erste Fall in Europa. Um die Ausbreitung zu verhindern, ordnete die Regierung damals die Tötung der gesamten Herde an. Dass nun ein krankes Tier in der südwestlich gelegenen Hardangervidda aufgetaucht ist, sorgte für Bestürzung bei den Experten.

Bei dem Auslöser der Erkrankung handelt es sich nicht um einen herkömmlichen Erreger wie etwa ein Virus oder Bakterien. Vermutlich wird sie von Prionen hervorgerufen, fehlgefalteten Eiweißen. Es sind bereits verschiedenen Prionenerkrankung bekannt, etwa BSE (Bovine spongiforme Enzephalopathie) beim Rind, Scrapie bei Schafen oder die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit beim Menschen.

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