09.09.2020 14:46 |

16 Jahre geschwiegen

Bushido von Clanchef „wie Eigentum behandelt“

Rapper Bushido hat im Prozess gegen einen Clanchef und drei seiner Brüder am Mittwoch erneut als Zeuge ausgesagt. Aus Scham habe er 16 Jahre lang über die Entstehung der aus seiner Sicht erzwungenen Zusammenarbeit mit dem Clanchef geschwiegen, sagte der 41-jährige Musiker vor dem Berliner Landgericht. Nicht einmal mit seiner Familie habe er darüber gesprochen.

Jahrelang habe der Clanchef an ihm verdient und ihn „wie sein Eigentum behandelt“, so der Rapper, der mit bürgerlichem Namen Anis Ferchichi heißt. Seit fünf Prozesstagen steht Bushido bereits im Zeugenstand. Ins Gericht wird der Rapper jedes Mal von Personenschützern begleitet.

Schon vor einigen Tagen hatte Bushido vor Gericht angegeben, seine Beziehung zu dem ehemaligen Geschäftspartner sei wie eine „Zwangsheirat“ gewesen. Spätestens ab dem Jahr 2010 habe er sich „unfrei“ gefühlt, sagte er am Montag. Der Mann habe alles in die Hand genommen. Dass er jemals aus dieser Beziehung wieder rauskommen könne, das habe er nicht gedacht, so Bushido vor Gericht.

Bushido bedroht, eingesperrt und mit Wasserflasche attackiert
Der Rapper und der 44-Jährige, Chef einer bekannten arabischstämmigen Großfamilie, galten als Partner im Musikgeschäft. Laut Anklage kam es zu Straftaten, nachdem Bushido 2017 die Geschäftsbeziehungen aufgelöst hatte. Der Clanchef habe dies nicht akzeptieren wollen und von dem Musiker eine Millionen-Zahlung sowie die Beteiligung an dessen Musikgeschäften für 15 Jahre gefordert. Sogar Anteile an seinem Erbe habe der Angeklagte versucht, sich zu sichern, erklärte der Musiker. Im Dezember 2017 und Jänner 2018 sei er schließlich bedroht, beschimpft, eingesperrt und mit einer Wasserflasche sowie einem Stuhl attackiert worden, so die Anklage.

Die Brüder des Clanchefs im Alter von 39, 42 und 49 Jahren sind als Gehilfen oder Mittäter angeklagt. Die Männer haben zu den Vorwürfen bisher geschwiegen.

Bereits ab 2004 habe er dem Clanchef 30 Prozent von seinen Einkünften zahlen müssen, gab der Rapper an. Zu der „unfreiwilligen Vereinbarung“ sei gekommen, nachdem ihm der 44-Jährige geholfen habe, mit brutalen Mitteln aus einem Vertrag auszusteigen. 

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