24.09.2010 14:40 |

Briten empört

Heizkosten zu hoch: Queen zapft einen Armenfonds an

Aufregung in Großbritannien: Weil die Heizungskosten ihrer Schlösser exorbitant gestiegen waren, hat die britische Königin Elizabeth II. Presseberichten zufolge einen Armenfonds angezapft. Mit dem Geld sollten eigentlich Bedürftige und öffentliche Einrichtungen wie Krankenhäuser beim Heizen unterstützt werden.

Mitarbeiter der Queen hätten 2004 festgestellt, dass die königlichen Strom- und Gaskosten um 50 Prozent auf mehr als eine Million Pfund (1,176 Millionen Euro) jährlich gestiegen und "untragbar" geworden seien, berichteten die Zeitungen "The Independent" und "Daily Express" am Freitag. Der stellvertretende Schatzmeister der Queen habe daraufhin bei der Regierung angefragt, ob es möglich sei, Gelder aus einem Fonds für Bedürftige und Krankenhäuser zu erhalten, die ihre Heizkosten nicht bestreiten können.

Der Bitte der Queen wurde demnach zunächst stattgegeben. Doch einige Monate später habe sich die Meinung aus Sorge vor einem öffentlichen Aufschrei geändert. So schrieb ein Regierungsvertreter den Berichten zufolge an Buckingham Palace: "Ich fühle mich etwas unwohl angesichts der vermutlich feindlichen Berichterstattung, wenn wir einen Palast subventionieren statt zum Beispiel ein Krankenhaus. Es tut mir leid, dass ich keine positivere Antwort geben kann." Das Königshaus wollte sich zu den Berichten am Freitag nicht äußern.

Queen hat ansehnliches Privatvermögen
Die Queen befindet sich seit Jahren im Dauerstreit um das Steuergeld. Jährlich stehen ihr 38,2 Millionen Pfund (rund 45 Millionen Euro) für Personal und Instandhaltung ihrer Schlösser, vor allem Buckingham Palace und Windsor Castle, zu.

Auf die Gesamtbevölkerung umgelegt, kostet das Königshaus jeden einzelnen Briten weniger als einen Euro pro Kopf und Jahr. Was die Bürger - und auch die Regierung - wurmt, ist die Tatsache, dass sich die Queen mit den Einnahmen aus ihren Ländereien jährlich ein Vielfaches des Budgets verdient - 2008 waren es mehr als 200 Millionen Euro - und dadurch über ein ansehnliches Privatvermögen verfügt. Für Unmut sorgt auch, dass die Aufwendungen für Empfänge, Staatsbesuche und Festbankette zuletzt erheblich gestiegen waren.

Queen gab Kontrolle über eigene Finanzen ab
Bereits am Donnerstag war bekannt geworden, dass die Queen nach jahrelangen Streitereien über ihre Finanzen bereits 2006 die Budgetkontrolle an die Regierung abgeben musste. "The Independent" zitierte aus einem bisher geheim gehaltenen Memorandum, das der Londoner Regierung "im Falle unüberbrückbarer Differenzen" das Recht zugesteht, sämtliche Zahlungen an die Queen einzustellen und die direkte Kontrolle über die königlichen Immobilien zu übernehmen.

In den kommenden Jahren will die Regierung die Finanzierung des Königshaus neu auf die Beine stellen. Elizabeths Privatvermögen könnte dabei durchaus eine Rolle spielen - wie auch das 70 Punkte umfassende Memorandum, das die Queen 2006 unterschrieb.

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