28.08.2020 11:46 |

Menschenrechtler:

Rund 260 Festnahmen bei Protesten in Weißrussland

Bei Protesten gegen die Regierung von Langzeit-Präsident Alexander Lukaschenko sollen in Weißrussland in der Nacht auf Freitag bis zu 260 Personen festgenommen worden sein. Das berichtete das Menschenrechtszentrum Wesna in Minsk und veröffentlichte auch eine Liste mit den Namen aller Festgenommenen. Nach Angaben des weißrussischen Journalistenverbandes sollen sich auch etwa 50 Journalisten vorübergehend in Polizeigewahrsam befunden haben.

Die meisten seien nach einer Überprüfung ihrer Dokumente wieder freigekommen, teilte der Verband mit. Unter ihnen seien auch ausländische Reporter gewesen, etwa eine Korrespondentin der Deutschen Welle. Ein schwedischer Journalist soll an diesem Freitag ausgewiesen werden.

Kein Einlass ohne Akkreditierung 
In Weißrussland benötigen Medienschaffende neben einem Visum auch eine Akkreditierung. Die Behörden der ehemaligen Sowjetrepublik hatten zuletzt Journalisten ohne diese Arbeitserlaubnis bereits am Flughafen in Minsk zurückgewiesen. Dem Journalistenverband zufolge waren Freitagfrüh noch vier Medienleute in Polizeigewahrsam.

EU erkennt Wahlergebnis nicht an
Sicherheitskräfte hatten eindringlich davor gewarnt, an ungenehmigten Demonstrationen teilzunehmen. Die Uniformierten waren bis Anfang dieser Woche kaum eingeschritten. Die Proteste richten sich gegen den autoritär regierenden Lukaschenko, der die Präsidentenwahl am 9. August mit 80 Prozent der Stimmen gewonnen haben soll.

Länder wie China und Russland gratulierten Lukaschenko zum Wahlsieg, die EU erkennt das Ergebnis nicht an.

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