21.08.2020 18:31 |

Virus-Mutation möglich

Experte: Schwacher Impfstoff schlechter als keiner

Die beschleunigte Zulassung eines Corona-Impfstoffes in Russland schürt bei Experten Sorgen vor einer Mutation des Virus. Sie warnen, dass eine nur teilweise wirksame Impfung eine Mutation fördern könnte. Denn ein unvollständiger Schutz könnte dazu führen, dass das Virus den vorhandenen Antikörpern ausweicht, erklärt Ian Jones, Professor für Virologie an der britischen Universität Reading. Dadurch könnten Stämme entstehen, die sich dann komplett der Impfung entziehen. „In diesem Sinne ist ein schwacher Impfstoff schlechter als gar kein Impfstoff“, betonte der Experte.

Viren, einschließlich des neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2, sind dafür bekannt, dass sie ständig mutieren können. In der Regel hat das oft nur geringe oder keine Auswirkungen auf das Risiko, das für Menschen durch sie besteht. Einige Wissenschaftler fürchten aber, dass der „evolutionäre Druck“ auf den Erreger durch den Einsatz eines womöglich nicht vollständig schützenden Impfstoffs die Lage verschlimmern könnte.

Zwei Monate Erprobung sollen reichen
Die Entwickler des russischen Impfstoffes „Sputnik V“ als auch die russische Regierung halten diesen für sicher. Zwei Monate klinische Erprobung am Menschen in kleinen Studien hätten gezeigt, dass dieser funktioniere, betonten sie. Die Ergebnisse dieser Studien wurden bisher aber nicht veröffentlicht.

Russland hatte am Donnerstag angekündigt, in der kommenden Woche eine große klinische Studie der entscheidenden dritten Phase mit dem Impfstoff mit über 40.000 Teilnehmern starten zu wollen. Parallel soll er aber bereits Personen aus Hochrisikogruppen, wie medizinischem Fachpersonal, verabreicht werden - noch bevor Ergebnisse aus dieser großen Studie vorliegen.

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