Aufgrund von Corona

„Welterschöpfungstag“ 2020 erstmals später im Jahr

Ausland
20.08.2020 09:40

Der „Welterschöpfungstag“ steht symbolisch für jenen Tag im Jahr, an dem die Menschheit ihre natürlichen Ressourcen aufgebraucht hat. Erstmals seit 50 Jahren wird dieser an einem späteren Tag ausgerufen als in den Jahren zuvor. Der verschobene Termin ist jedoch kein Grund zur Erleichterung - schließlich sei die Verschiebung auf den 22. August vorwiegend aufgrund der Corona-Pandemie erfolgt. Der Klimawandel macht also keine Pause.

Für Umwelt-NGOs wird der 22. August trotzdem kein Grund zur Freude - schließlich muss die Menschheit ab diesem Zeitpunkt von den schwindenden „Reserven“ des Planeten leben. Die Plattform Footprint sowie der WWF, Global 2000 und Greenpeace warnen nun vor der ungebremsten Ausbeutung des Planeten und fordern zukunftsgerechte Krisenpolitik.

Durch die Corona-Pandemie und ihre Folgen wurden im Frühjahr weniger Ressourcen verbraucht - dennoch hat die Krise den „Welterschöpfungstag" nur nach hinten verschoben. (Bild: krone.at)
Durch die Corona-Pandemie und ihre Folgen wurden im Frühjahr weniger Ressourcen verbraucht - dennoch hat die Krise den „Welterschöpfungstag" nur nach hinten verschoben.

Österreich überdurchschnittlich verschwenderisch
Wurde der „Welterschöpfungstag“ 2019 bereits am 29. Juli ausgerufen, gebe es trotz der Verschiebung „keinen Grund zur Freude. Denn von einer langfristigen Erholung des Planeten kann keine Rede sein“, warnte Michael Schwingshackl von der Plattform Footprint gemeinsam mit den weiteren NGOs. „Die Welt verbraucht im Jahr 2020 die Ressourcen von mehr als 1,5 Erden. Nach österreichischer Lebensweise sind es sogar etwa 3,5“ - daher fordere man von der Regierung, „längst bekannte Methoden zur Schonung von Ressourcen“ umzusetzen.

Forderungen an Politik
„Wir müssen uns auf allen Ebenen klimafit und naturverträglich aufstellen, damit wir als Gesellschaft langfristig krisensicher sind“, sagte WWF-Österreich-Expertin Olivia Herzog. Eine wesentliche Forderung dabei sei eine umfassende ökosoziale Steuerreform. Diese soll mehr Gerechtigkeit bringen und „auch eine Finanzierungsmöglichkeit für die in der Corona-Krise getätigten Ausgaben“ darstellen, so Jasmin Duregger, Klimaexpertin der NGO.

Nachhaltig, kleinräumig und solidarisch - diese drei Hauptattribute hätte die Wirtschaft der Zukunft, ginge es nach Global 2000: „Die durch das Coronavirus schlagartig ausgelöste Krise zeigt die Gefahr des ,Change by Disaster‘“, sagte Agnes Zauner, Geschäftsführerin von Global 2000. Man habe aber in vielen Bereichen das Wissen, gezielt einen Systemwandel weg von einer umweltzerstörerischen, nicht nachhaltigen Ausbeutung der Erde einzuleiten.

Mit dem 22. August sind bereits sämtliche erneuerbaren Rohstoffe und Naturleistungen der Erde aufgebraucht, die innerhalb dieses Jahres bereitgestellt werden können. (Bild: APA/dpa-Zentralbild)
Mit dem 22. August sind bereits sämtliche erneuerbaren Rohstoffe und Naturleistungen der Erde aufgebraucht, die innerhalb dieses Jahres bereitgestellt werden können.

„Rückkehr zu alter Normalität ist keine Option“
„Alles, was wir ab dem Welterschöpfungstag verbrauchen, geht auf die Kosten der nächsten Generationen und schädigt die natürlichen Systeme der Erde“, warnte Wolfgang Pekny von der Plattform Footprint, Mitinitiator des Lebensmanifests des Club of Rome. Eine Rückkehr nach Covid-19 zur alten Normalität sei jedenfalls keine Option.

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