12.08.2020 06:00 |

Masken, Tests und Co.

In Kuranstalten herrscht das totale Corona-Chaos

Wer glaubt, die Regeln in Sachen Einreise, Veranstaltungen und Maskenpflicht sind unübersichtlich, war nicht auf Kur oder Reha: Dort gelten in jedem Haus eigene Regeln, wie „Krone“-Redakteurin Gabriela Gödel erlebte.

Mitte Juli war Gabriela Gödel auf Rehabilitation in Baden bei Wien. Dort stolperte sie über die Feinheiten des Föderalismus. Soll heißen: Jedes Land, ja sogar jeder Betreiber, kann seine eigenen Regeln in Sachen Kur- und Reha-Anstalten erlassen. „Beim Einrücken heißt es zuerst einmal ,Einzelhaft‘, sprich Quarantäne, bis das Ergebnis des Corona-Tests vorliegt“, erzählt Gödel. Das sei für sie verständlich. Weniger nachvollziehbar: Das Ärzte- und Therapieteam wird nicht getestet.

Sperrstunde schon um 20 Uhr
„Auch die Maskenpflicht in den Gängen oder Wartezonen ist nachvollziehbar. Dann aber beginnt es seltsam zu werden. Sperrstunde der Reha-Einrichtung ist um 20 Uhr - und zwar pünktlich. Das Haus ist bummzu. Beginnt das Virus in Baden um 20.02 Uhr zu toben? Zumal man zwischen den Therapien oder nach dem Abendessen ja jederzeit in die nahe Fußgängerzone darf - und (fast) jedes Geschäft ohne Maske betreten!“, wundert sich die Redakteurin.

Apropos Maske: „Private Stoffmasken sind strikt verboten, jeden Morgen bekommt man eine von jenen, die man auch im Supermarkt gratis bekommt. Die ist den ganzen Tag - eben auch während der Therapien - zu tragen. Ausgenommen sind Trainings im Wasser und beim Nordic Walking. Wie labbrig, lasch und durchgeschwitzt dieser MNS nach einer halben Stunde Turnen oder auf dem Laufband wird, kann man sich vorstellen. Man muss ihn übrigens auch bei Elefanten-Abstand und weit geöffneten Fenstern tragen!“

Ein Rundumblick offenbart das Chaos: „In manchen Häusern wird nicht einmal ein Covid-19-Test gemacht, andere haben Sperrstunde erst um 22 Uhr, manche bieten ihrer Patientenschar sogar Essen in Buffetform an, während anderswo die Mahlzeiten gar nur im Zimmer gereicht werden.“

Corona-Ampel und Empfehlungen des Ministeriums
Die Corona-Ampel soll Klarheit in die Regeln bringen. Das ist aber nicht so einfach - denn Kur und Reha sind Ländersache. Schon jetzt gibt es auf sechs luftigen Seiten zusammengefasst Empfehlungen des Gesundheitsministeriums. Und die sind eigentlich recht klar: Hände desinfizieren, Abstand halten, Körperkontakt vermeiden, nicht ins Gesicht fassen, in die Armbeuge niesen, Maske tragen in der Anstalt und kein Betreten mit Krankheitssymptomen.

Kein Wort von Ausgangsbeschränkungen, Sperrstunden oder Einschränkungen bei Therapien und Buffets. Das obliegt den Einrichtungen. Und das wird wohl auch so bleiben: „Es wird im Zuge des Ampelsystems Maßnahmen für Kur- und Reha-Einrichtungen geben, die werden gerade von den Gesundheitsexperten erarbeitet“, heißt es aus dem Gesundheitsministerium. Allerdings: „Wir gehen davon aus, dass es bei Empfehlungen bleiben wird, da die Umsetzung Ländersache ist.“ Soll heißen: Ein Fleckerlteppich bleibt wahrscheinlich ...

Kronen Zeitung/krone.at

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