04.08.2020 06:05 |

Dramen unter Wasser

Wanderfische in heimischen Gewässern sterben aus

Tierdramen unter der Wasseroberfläche! Denn unsere Flüsse und Bäche bergen kaum noch Wanderfische. Laut einer weltweiten WWF-Studie sind die Bestände von Huchen, Bachforellen oder Aalen in Europa und speziell Österreich um 93 Prozent gesunken. Der Beluga-Stör ist hierzulande überhaupt schon ausgestorben.

Bis zu 300 Kilometer ziehen manche Arten zum Laichen flussab- oder bachaufwärts. Doch jetzt hat es sich „ausgeflosselt“ in vielen Gewässern. WWF-Experte Gerhard Egger ortet als einen der Hauptgründe die Zerstückelung der Ströme durch Kraftwerke, aber auch den Klimawandel. Letzterer setzt durch die Erwärmung des kostbaren Gebirgsnasses vor allem den kälteliebenden Salmoniden wie Bachforelle oder Äsche zu.

Kritik des WWF an Kraftwerksplänen
Egger übt zudem Kritik an Verbauungsplänen etwa an der Oberen Mur in der Steiermark. Tatsächlich trifft ein Salmonide im Durchschnitt alle 900 Meter auf ein Hindernis. In einem Appell wenden sich nun namhafte Forscher an Umweltministerin Leonore Gewessler (Grüne). Zur Ehrenrettung der E-Wirtschaft: Jedes Stauwerk ist mit einer Fischaufstiegshilfe bestückt.

Doch die sind fast schon überflüssig. Denn Alpenflüsse sind nachweislich auch wegen der vielen Fressfeinde (etwa Otter und Kormorane) fischleer. Helmut Belanyecz vom Kuratorium für Fischerei und Arbeiterfischerpräsident Günther Kräuter: „Alles zusammen macht es unseren Forellen & Co. sehr schwer.“

Mark Perry, Kronen Zeitung

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