Ruf nach Klimaschutz

Lokalaugenschein auf einem sterbenden Gletscher

Fast ein Abschiedsbesuch: Umweltlandesrat Stefan Kaineder, Ministerin Leonore Gewessler, beide Grüne, und Energie-AG-General Werner Steinecker trafen sich oben am Dachstein zum „Lokalaugenschein des Gletschersterbens“. Hauptbotschaft: Es dürfe mit dem Klimaschutz in Österreich nicht so erfolglos weitergehen.

Kaineder & Co. sehen den besuchten Hallstätter Gletscher und die anderswo auf der Welt wegschmelzenden Eispanzer als „Fieberthermometer der Klimakrise“.

Große Rückgangsraten
Das schlug zuletzt im Hitzesommer 2019 kräftigst aus, alle Alpengletscher verzeichneten große Rückgangsraten. „Am Dachstein gab es punktuell Rekordwerte von bis zu 40 Metern Rückgang in einem Jahr. Im Mittel verloren die Dachsteingletscher 11 Meter in der Länge“, weiß Kaineder. Sein Credo daher: „Es darf mit dem Klimaschutz in Österreich nicht so erfolglos weitergehen wie in den vergangenen Jahren!“ Ministerin Gewessler fühlte sich angesichts des Gletscherschwunds „in unserem Auftrag für konsequenten Klimaschutz bestärkt“.

Naturdenkmal
„Nach einer kalten Phase in den 70er-Jahren wurde 1981 der letzte Gletschervorstoß am Dachstein registriert. Seither gehen die Gletscher kontinuierlich zurück“, zeigt Forscher Klaus Reingruber von Blue Sky Wetteranalysen auf. Zugleich wuchsen in Österreich die CO2-Emissionen weiter, während sie EU-weit (seit 1990) um 24 Prozent zurückgegangen sind. Energie-AG-Chef Steinecker sorgt sich nicht nur um den Wassernachschub für die Traunkraftwerke, „sondern es geht auch um ein Naturdenkmal unseres Landes“, sagt er. Schmilzt es weg, so hat das viele negative Auswirkungen, nicht nur auf die Wasserkraft. Auch Tourismus und Freizeitwirtschaft litten durch unpassierbare Wege und leere Hütten.

Werner Pöchinger, Kronen Zeitung

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Montag, 03. August 2020
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