22.07.2020 06:00 |

Album „Twenty Twenty“

Ronan Keating: Jubiläum mit großen Emotionen

2020 ist nicht für alle ein furchtbares Jahr - das einstige Boyzone-Mitglied Ronan Keating feiert sein 20-Jahre-Solojubiläum passend mit dem Album „Twenty Twenty“. Darauf befinden sich Neukompositionen, neu arrangierte Klassiker und eine Wagenladung Gaststars. Eine Feier mit Pomp und Gloria.

„Thank You And Goodnight“ - so der Titel des vor zwei Jahren veröffentlichten Albums der britischen Kultboygroup Boyzone. Es war der Abschluss einer etwa sechsjährigen Reunion, die natürlich niemals mehr an die Erfolge in den 90ern heranreichte, wo man sich in den Glanzzeiten durchaus mit den Backstreet Boys und Take That messen konnte. Für Ronan Keating, dem bekanntesten und erfolgreichsten „Boyzoner“, war der nostalgische Ausflug zu den Jugendtagen besonders fein. Immerhin drei Alben und zahlreiche Touren schlug das Experiment zu Buche. Für den Workaholic, der auch eine immens erfolgreiche Solokarriere auf seinem Habenkonto hat, in Australien bei „The Voice“ und „The X-Factor“ in der Jury glänzte und sogar ab und an ins Schauspielerfach lugte, war es vor allem ein Schritt heraus der großen Verantwortung, die das Erwachsenenleben manchmal eben so mit sich bringt.

Inneres Kind
Genau davon erzählte der 43-Jährige den Boulevardmedien mit großer Freude. Fünffacher Vater von zwei Frauen ist Keating mittlerweile, dort und da sind Kredite und Hypotheken abzuzahlen, aber im Geiste fühle er sich immer noch „wie ein 19-Jähriger“. Für den Iren mit dem Händchen für ohrwurmträchtige Goldhits ist das Leben freilich längst nicht mehr nur ein zwangloser Ritt durch eine Welt des Spaßes, aber das innere Kind, das hat sich der blonde Erfolgsgarant immer bewahrt. 2020 ist nicht nur das Jahr der Pandemie, der verrückten Despoten und der Klimakrisen, für Keating ist es auch ein Markstein für seine beeindruckende Karriere. „Twenty Twenty“ hat er sein neues, mittlerweile elftes, Soloalbum schlichtweg benannt. Es subsummiert einerseits 20 Jahre als Solokünstler als auch das Jahr 2020, das für Keating trotz allem ziemlich positiv ausfällt.

Natürlich - der geplante Veröffentlichungstermin Anfang Mai hielt nicht, dem allumfassenden Virus musste auch Keating kleinbeigeben, der Vorfreude auf sein Jubiläumswerk tat das bei seinen Fans freilich keinen Abbruch. Selbst bezeichnet er das Album als „Greatest Hits aus brandneuer Musik“ und zielt damit nicht nur marketingtechnisch genau ins Schwarze. Einerseits befinden sich brandneue Songs auf dem Album, andererseits neu eingespielte Versionen seiner großen Hits. Einerseits ist er zahlreiche Kooperationen mit großen Namen eingegangen, andererseits zeigt er sich in machen Songs auch bewusst einsam und verletzlich. „Twenty Twenty“ ist ein bewusst über alle Karrierephasen und Stimmungslagen gezogener Bogen über eine dauerhafte Erfolgsgeschichte, die nur selten und marginal aus der Bahn geriet.

Emotionale Rückschau
„Es gibt nicht viele Künstler, die seit 20 Jahren eine tolle Solokarriere haben und noch immer hier sind“, betonte er im Vorfeld - nur um das Jubiläum gleich mit ein paar mehr als prägnanten Namen zu feiern. Die künstlerisch interessanteste Kooperation ist gleich an Stelle drei des Albums zu finden. Die bereits vor Monaten ausgekoppelte Single „One Of Kind“ wird durch die Londoner Soul-Stimme Emeli Sandé veredelt und gibt dem sanften Track einen besonders feinen Anstrich. Eher emotional fiel die Kooperation mit Keatings altem Kumpel Robbie Williams aus. Der schrieb dem 2009 tragisch verstorbenen Boyzone-Mitglied Stephen Gately zum zehnten Todestag den Song „The Big Goodbye“ als rührende Hommage. Als Keating die Nummer hörte, brach er in Tränen aus, adaptierte mit Robbie gemeinsam den Song und machte ein Duett daraus, das für einen besonders emotionalen Moment sorgt.

„Forever And Ever, Amen“ weist einen ganz besonderen Gast auf - die in der Öffentlichkeit schon länger eher zurückgezogene Shania Twain. Diese Kooperation liegt einer gescheiterten Zusammenarbeit zugrunde. „Bei ihrem Song ,From This Moment‘ hätten wir vor etwa 20 Jahren etwas zusammen machen sollen“, erinnert sich Keating im Interview mit „Essentially Pop“ zurück, „irgendwie hat das aber nicht geklappt und so kam ich zu meinem Jubiläum auf die Idee, diese Sache nun durchzuziehen. Glücklicherweise hat das schlussendlich geklappt.“ Clare Bowen und Nina Nesbitt vollenden den Gaststar-Reigen auf den Neukompositionen, doch auch bei der Wiederauflage seiner alten Hits hat er sich das Zutun von „Big Names“ sichern können. „When You Say Nothing At All“ hat nicht nur Alison Krauss am Mirko, sondern „Everybody’s Darling“ Ed Sheeran an der Gitarre. „Ed ist ein alter Kumpel und wollte unbedingt mitmachen. Wie konnte ich da nein sagen?“

Geschenk an sich selbst
Auch die einstigen Chartbreaker „Lovin Each Day“ und „Life Is A Rollercoaster“ bekommen zum großen Solokarrierejubiläum einen modernen Relaunch verpasst, der nicht nur langjährige Fans zufriedenstellen wird. Freilich ist „Twenty Twenty“ keine allumfassende Pop-Offenbarung, dazu ist Keatings bodenständiger Sound mit großen Emotionen etwas zu sehr aus der Zeit gefallen, doch gerade durch die Features rettet sich der Ire durch manch durchschnittliche Komposition durch. Für den vierfachen Platin-Gewinner, der solo rund 20 Millionen Alben und mit Boyzone noch einmal 25 Millionen Alben verkauft hat, ist „Twenty Twenty“ vor allem ein Geschenk an sich selbst. Die Tour dazu gibt’s (zumindest in Großbritannien) dann wohl 2021 zu bejubeln.

Robert Fröwein
Robert Fröwein
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