19.07.2020 08:00 |

Kritik zu Skandal

„Frage, was Abschlussprüfer gemacht haben“

100.000 Euro ist für viele die magische Zahl, wenn es um die Causa Commerzialbank Mattersburg geht. So hoch ist die Einlagensicherung. Wer mehr als diese Summe bei der Bank veranlagt hat, muss jetzt zittern. Manche hoffen, auf dem Rechtsweg trotzdem noch zumindest zu einem Teil des Geldes zu kommen.

Bei dem Wiener Anlegeranwalt Ingo Kapsch gehen laufend Anrufe von Betroffenen ein, die durch den Bank-Skandal viel Geld verlieren könnten. „Es gibt Kunden, die hatten die gesamte Kontobeziehung bei dieser Bank. Die können jetzt nicht einmal mehr den Zahlungsverkehr durchführen. Die Situation ist ein Wahnsinn“, sagt Kapsch. Er wird sich im Namen seiner Mandanten dem strafrechtlichen Ermittlungsverfahren als Privatbeteiligter anschließen. Für den Juristen ist auch die Arbeit der Wirtschaftsprüfer ein Thema. „Da muss man sich fragen, was die Abschlussprüfer über all die Jahre gemacht haben“, meint Kapsch. Die TPA Wirtschaftsprüfung betont, korrekt gearbeitet zu haben. Man sei „unerwartet Opfer einer umfangreichen und komplexen Täuschung durch das Management“ der Bank geworden, heißt es.

Kapsch sieht das jedoch kritisch: „Es sollte eigentlich nicht möglich sein, einem Abschlussprüfer gefälschte Bankbestätigungen unterjubeln zu können.“ Das könnte aber in diesem Fall passiert sein. Der Anlegeranwalt will nun die weiteren Erkenntnisse in der Causa Commerzialbank abwarten. Es sei davon auszugehen, dass dem Kreditinstitut als Nächstes die Konzession entzogen werde und dieses in die Insolvenz schlittert.

Christoph Miehl, Kronen Zeitung

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