13.07.2020 12:56 |

Star gesteht Fehler

Thiem: „Haben den Bezug zur Realität verloren“

Für zwei Matches kehrt Dominic Thiem am Dienstag und Mittwoch auf Rasen zurück. Österreichs Tennis-Star ist beim „bett1Aces“-Einladungsturnier in Berlin topgesetzt und trifft am Dienstag im Halbfinale auf Altstar Tommy Haas (GER) oder Italiens Hoffnung Jannik Sinner. Zeit für ein erstes Resümee blieb unserem Tennis-Star dennoch - und das fiel wegen des Corona-Skandals in Belgrad nicht nur positiv aus. Thiem: „Wir haben dort ein bisschen den Bezug zur Realität verloren.“

Mit Kitzbühel spielt Thiem eine Art „Mini-Grand-Slam“. Von der Höhenlage auf Sand in Kitzbühel zu seinem ersten Rasenmatch seit Wimbledon 2019 sei „schon eine große Umstellung“, meinte der dreifache Grand-Slam-Finalist am Montag bei einer Pressekonferenz. „Aber ich fühle mich wohl, habe auch sehr viele Matches gespielt und war in Nizza auf Hartplatz, in Österreich auf Sand...“

„Ein Schicksal der Natur“
Die vergangenen vier Monate seien eine sehr spezielle Zeit gewesen, nun sehe sein Alltag schon wieder relativ normal aus. Als Australian-Open-Finalist in Topform hätte er seine bisher beste Saison spielen können. Ob er sich durch das Ausbrechen der Coronavirus-Pandemie darum betrogen fühlt? „Überhaupt nicht. Erstens kann man das sowieso nicht ändern, es ist ein Schicksal der Natur, zweitens gibt es auch wichtigere Dinge als Sport und Tennis. Und drittens gibt es auch Spieler, die es um einiges schlimmer erwischt hat als mich.

Ich habe sechs, sieben unglaubliche Jahre auf der Tour gehabt. So eine Pause zu haben in einer guten Phase meiner Karriere ist natürlich bitter, aber was sollen Leute sagen, die gerade raufgekommen sind, am Weg nach oben sind und jetzt gestoppt worden sind? Oder Leute, die bald ihre Karriere beenden, die ein halbes Jahr verloren haben?"

„Bezug zur Realität verloren“
In Berlin, wo ein besonders rigoroses Sicherheitskonzept herrscht, fühlt sich Thiem jedenfalls sicher. „Auch letzte Woche in Kitzbühel haben wir alles getan, um es sicher zu halten und Risiken zu vermeiden.“ Der viel diskutierte, von Novak Djokovic organisierte Adria-Cup sei „natürlich ein Fehler gewesen“.

„Das kann man auch nicht bestreiten. Dort war plötzlich wieder die Normalität vorhanden. Keiner hat irgendwelche Gesetze gebrochen, aber trotzdem haben wir ein bisschen den Bezug zur Realität verloren dort. Wir haben einfach die ganze Euphorie von den Kindern, den Fans gesehen und uns dazu verleiten lassen, eben diese Abstandsregeln nicht mehr einzuhalten. Das war ein Riesenfehler im Nachhinein.“ Er hoffe, dass alle aus den Fehlern gelernt haben. Kommentare aus Australien, gemeint ist Nick Kyrgios, seien hingegen „sehr entbehrlich“.

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